Bundesliga

"Kapazitäten nicht ausgeschöpft": Berufsverband sieht keinen Mangel an Tests

Diskussion um für den Bundesliga-Spielbetrieb benötigte Tests

"Kapazitäten nicht ausgeschöpft": Berufsverband sieht keinen Mangel an Tests

Corona-Tests und FPP2-Masken in ärztlicher Praxis

Die Zahl der für die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs benötigten Tests ist ein Kritikpunkt. picture alliance

In der aktuellen Diskussion um einen Neustart der Bundesliga widerspricht der Berufsverband Darstellungen, nach denen in der Corona-Krise nicht genügend Test vorhanden wären. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte sich am Montag unter anderem mit Hinweis auf fehlende Tests via Twitter erneut energisch gegen Geisterspiele ausgesprochen ("Es ist falsch, 10tausende Tests für Geisterspiele zu verbrauchen während in den Pflegeheimen und bei Lehrern noch nicht ausreichend getestet werden kann."). Der ALM e.V., Vertreter von derzeit über 200 medizinischen Laboren mit über 900 Fachärzten, rund 500 Naturwissenschaftlern und etwa 25.000 Mitarbeitern, sieht hingegen keinen Mangel an Tests.

Die am Dienstag unter dem Titel "Fachärztliche Labore sind für Testung nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen gerüstet. Kapazitäten sind längst nicht ausgeschöpft und stehen für die medizinische Versorgung zur Verfügung" präsentierten Zahlen sprechen klar gegen die Darstellung Lauterbachs und auch gegen manche Äußerungen einiger Fangruppierungen.

1,6 Millionen Tests seit Anfang März

In der vergangenen Woche nach Ostern hielt demnach "der rückläufige Trend bei SARS-CoV-2-PCR-Tests an: Insgesamt wurden in der Woche ab Ostermontag 260.024 Tests durchgeführt - 12 Prozent weniger als in der Woche zuvor. Dabei konnten die Testkapazitäten abermals gesteigert werden - auf heute rund 640.000 Tests in der Woche."

"Die fachärztlichen Labore in Deutschland haben die Kapazität, mehr als bisher gezielt zu testen", wird Dr. Michael Müller, Vorstandsvorsitzender des ALM e.V., in der Mitteilung zitiert. "Wir stehen bereit, den jetzt vermutlich höheren Bedarf an PCR-Diagnostik im Zusammenhang mit der Nachverfolgung von Kontaktpersonen nach Lockerung der Kontaktbeschränkungen in den fachärztlichen Laboren zu bewältigen." Laut einer von 111 medizinischen Laboren unterstützten bundesweiten Datenanalyse wurden seit Anfang März rund 1,6 Millionen Tests durchgeführt, hinzu kämen über 70.000 Antikörpertests.

DFL rechnet mit 20.000 benötigten Tests

Nach Darstellung der DFL, für die die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" unter Vorsitz von Prof. Dr. med. Tim Meyer (ärztlicher Direktor des Instituts für Sport- und Präventivmedizin an der Universität des Saarlandes und zugleich Arzt der deutschen Nationalmannschaft) Empfehlungen erarbeitet, wären für Spieler und Betreuer der 36 Profivereine bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs etwa 20.000 Tests erforderlich, um jeden dieser Akteure bis zum Ende der Saison jeweils im Abstand vor drei Tagen einem Test unterziehen zu können.

Tönnies' Angebot

Schalke-Aufsichtsratschef und Fleischfabrikant Clemens Tönnies hatte zuletzt ins Gespräch gebracht, in seinem Firmenlabor künftig Corona-Tests durchführen zu lassen. Dies habe er der DFL angeboten. Sollte diese die Unterstützung nicht benötigen, wolle er die Kapazitäten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen.

Rainer Franzke

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