3. Liga

Neuer Vorstoß für zweigleisige 3. Liga

Exklusiv: Lösung im Streit um Saisonabbruch?

Neuer Vorstoß für zweigleisige 3. Liga

Die 3. Liga

Zweiteilung? In der 3. Liga wird gegrübelt. imago images

Denn den handelnden Personen in der Otto-Fleck-Schneise in Frankfurt/Main wurde ein Konzept präsentiert, das auch der kicker einsehen konnte. Und dieses plädiert für eine zweigleisige 3. Liga unter Beibehaltung der aktuell bestehenden fünf Regionalligen oder einer Erweiterung dieser auf sechs. Demnach würde ab 2020/21 eine 3. Liga Nord und eine 3. Liga Süd gebildet werden mit je 20 Teams. Für die Aufstockung von 20 auf dann 40 Mannschaften sieht das Papier mehrere Lösungsmodelle vor aus sportlichen und infrastrukturellen Kriterien.

Die Zweigleisigkeit ist im Drittligaausschuss offenbar kein Thema - auch nach einem entsprechenden Vorschlag von Oliver Bierhoff Mitte Oktober im kicker. Da hatten sich die Drittligisten zur Eingleisigkeit bekannt.

Bislang war die Zweigleisigkeit also ein No-Go für die 3. Liga, die sich aber in der Frage über eine Fortführung der von der Pandemie unterbrochenen Runde uneins zeigt. Sportlich wäre dies nötig, argumentieren beispielsweise die bayerischen Vertreter wie Manfred Schwabl (SpVgg Unterhaching), während Gegner eine Finanzlücke in Folge von Geisterspielen befürchten. Die Einnahmen der Klubs der 3. Liga stützen sich prozentual stärker auf Zuschauererlöse als beispielsweise in Bundesliga und 2. Liga, wo ungleich höhere Mediengelder fließen.

Eine Aufstockung würde bedeuten, dass es keine Absteiger gäbe

Die scharf geführte Debatte lässt darauf schließen, dass ein Saisonabbruch Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen könnte. Daher scheint der "vorgeschlagene Ansatz eines Saisonübergangs in Kombination mit einer Reform der Ligastruktur am ehesten zur Schaffung einer Mehrheit der betroffenen Vereine geeignet zu sein", heißt es in dem Papier. Eine Aufstockung würde bedeuten, dass es keine Absteiger gäbe. Damit umginge die höchste Spielklasse des DFB potenzielle Klagen der aktuell unter dem Strich stehenden Vereine wie dem FSV Zwickau, Preußen Münster, Sonnenhof Großaspach und Carl Zeiss Jena.

Mittelfristig, so wird bei den Urhebern argumentiert, böten mehr Derbys sowie mehr Partien für TV und Streaming die Chance auf Mehreinnahmen. Aus den bestehenden Medienverträgen würden die Klubs aber zunächst weniger Geld erhalten, im Worst-Case-Szenario beträgt dieses Minus im Schnitt rund 500.000 Euro für die derzeitigen 20 Drittligisten. Rund 100.000 Euro aber würde jeder Verein geschätzt bei den Reisekosten sparen. Der Fehlbetrag von dann 400.000 Euro für die aktuellen Drittligisten soll über eine TV-Geld-Verteilung via Mehrjahreswertung zumindest abgefedert werden.

"Insgesamt erscheint die Zweiteilung der 3. Liga für die Klubs stemmbar"

Zudem erhoffen sich die Autoren eine Aufstockung durch einen Solidaritätsbeitrag der DFL-Mitglieder, da die erhöhte Anzahl von Spielen auch mehr Einsatzmöglichkeiten für Nachwuchsspieler aus den DFL-Klubs im professionellen Drittliga-Fußball bietet. "Insgesamt erscheint die Zweiteilung der 3. Liga für die Klubs mit einem zu erwartenden durchschnittlichen negativen Ergebniseffekt zwischen 3 und 4 Prozent der Gesamterträge aus finanzieller Hinsicht stemmbar", heißt es. Zudem würde der gordische Knoten des deutschen Fußballs gelöst, der seit Jahren in den Regionalligen für Ärger sorgt: Dass nicht alle Meister dieser vierten Liga aufsteigen.

Benni Hofmann

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