Bundesliga

Nübel-Berater: "Unkompliziert? Kann ich mir nicht vorstellen!"

Nübel-Berater über die Konsequenzen der FIFA-Empfehlung

"Unkompliziert? Kann ich mir nicht vorstellen!"

Berater Stefan Backs und Schützling Alexander Nübel (re.)

Knifflige Vertragsangelegenheit: Berater Stefan Backs und Schützling Alexander Nübel (re.). imago images (2)

Würde die Spielzeit wegen der Corona-Krise über den 30. Juni hinaus verlängert, sollen Spielerwechsel erst zum tatsächlichen Saisonende über die Bühne gehen, so der Weltverband. Also auch im Fall Nübel. Dessen Berater Stefan Backs spricht im kicker über seine juristische Bewertung und mögliche Komplikationen.

Herr Backs, wie ist Ihre Rechtsauffassung zur FIFA-Empfehlung, konkret am Beispiel Nübel?
Rein juristisch ist klar: Es gilt das deutsche Arbeitsrecht. Ab 1. Juli ist Alex Nübel Angestellter des FC Bayern. Wenn der Klub es wünscht, muss und wird Alex zu diesem Datum in München antreten. Daran kann auch die FIFA nicht rütteln. Wenn die Schalker Alex länger behalten möchten, müssten sie mit Bayern Kontakt aufnehmen und versuchen, sich zu einigen.

Fälle wie Nübel gibt es europaweit. Etliche Vereine dürften sowohl bei Abgängen wie bei Zugängen betroffen sein. Würden Sie unter diesen Voraussetzungen komplizierte Gespräche zwischen den Klubs erwarten oder eher einfache?
Dass es unkompliziert würde, kann ich mir nicht vorstellen. Damit es funktioniert, müssten alle Vereine unbürokratisch mitmachen - oder es macht am Ende keiner. Es wäre also Solidarität an breiter Front notwendig. Doch dieses Thema ist im Fußball erfahrungsgemäß immer kompliziert.

Auch die Spieler könnten natürlich auf ihren jeweiligen Arbeitsvertrag ab 1. Juli bestehen und das damit verbundene Gehalt. Wäre Ihr Klient bereit, länger auf Schalke zu bleiben - und damit auf die Differenz zum Salär beim FC Bayern zunächst zu verzichten?
Darüber würde man reden, wenn es wirklich soweit kommt. Im Grunde würde ich den Fall dann analog zu einer Leihe vom FC Bayern an Schalke bewerten. Auch da einigt man sich ja am Ende immer. Am Spieler würde es letztlich bestimmt nicht scheitern.

Interview: Thiemo Müller