Bundesliga

René Adler: "Ich vermisse die Gefühle, nicht das tägliche Fußballerleben"

René Adler spricht im kicker über die Corona-Krise und die Zeit als Fußballrentner

"Ich vermisse die Gefühle, nicht das tägliche Fußballerleben"

René Adler

Sieht das gesellschaftliche Gleichgewicht in Gefahr: René Adler. imago images

Zwar wolle er "lieber heute als morgen wieder Fußball sehen", sagt Adler, "aber wenn es keine einheitliche Lösung gibt, bei der vom Mann an der Bratwurstbude über den Kleinunternehmer bis hin zum Hotelier alle mitgenommen werden, wird's schwierig. Dann entsteht Konfliktpotenzial und womöglich ein gesellschaftliches Ungleichgewicht - gerade jetzt, wenn Krisenstimmung und Panik herrschen und vielen Menschen der Verlust ihres Geschäfts droht." Der 269-malige Bundesligaspieler meint: "Mit einer Ausnahmeregelung für den Fußball würde sich Deutschland vielleicht ein gesamtgesellschaftliches Problem schaffen. Da ist eine sensible Vorgehensweise extrem wichtig."

Nichtsdestotrotz, so betont Adler, müsse die Saison 2019/20 "irgendwie durchgedrückt werden. Denn am Ausgang dieser Saison hängt ja auch die nächste, die pünktlich im Mai 2021 beendet werden muss, damit die Großereignisse wie die EM und Olympia stattfinden können."

Wenn ich zu Hause ein Spiel auf der Couch gucke, fällt es mir manchmal schwer, einigermaßen emotionslos zu schauen.

René Adler

Der Ex-Keeper freut sich schon auf die Fortsetzung der Bundesliga, auch wenn er die Spiele seit seinem Karriereende mit gemischten Gefühlen verfolgt. "Ich merke schon, wenn ich nicht bei "Sky" oder "ProSieben" in meiner Rolle als Experte bin, sondern zu Hause ein Spiel auf der Couch gucke, dann fällt es mir manchmal schwer, einigermaßen emotionslos zu schauen. Da bin ich schon noch manchmal nervös, ich merke, dass es mich nach wie vor noch triggert." Konkret erklärt Adler: "Ich vermisse die Gefühle, aber nicht zwingend das tägliche Fußballerleben, wo du jeden zweiten Tag reisen musst. Natürlich bietet der Profifußball unheimlich viele Vorzüge - die vermisst man auch. Aber das Gefühl, aktiv im Tor zu stehen oder einen Ball aus dem Winkel zu kratzen, ist, obwohl die Automatismen eingeschliffen sind, gefühlt unglaublich weit weg."

Das komplette Interview mit René Adler lesen Sie in der aktuellen Montagsausgabe des kicker. Da gibt der ehemalige Nationalkeeper sehr detaillierte Einblicke in das Leben eines Ex-Profis, was sich nach der aktiven Karriere ändert und wie es ist, wieder als Lehrling zu starten. Er erklärt, weshalb Bayern-Profis ein taffes Jahr haben, welche Privilegien ein Bundesligaspieler hat, warum andere Ex-Fußballer manchmal in ein Loch fallen und wann "sich das eitle Selbstbild meldet", wie er sagt.

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Georg Holzner

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