Bundesliga

Bayern München - Benjamin Pavard bilanziert: "Es lief wie im Traum"

Franzose startet bei den Bayern durch

Einsamer Pavard bilanziert: "Es lief wie im Traum"

Benjamin Pavard

Ehrgeiziger Neuzugang: Benjamin Pavard. picture alliance

Defensivspezialist Pavard mangelt es nicht an Selbstbewusstsein, kein Wunder, wurde er doch in seinen jungen Jahren 2018 schon Weltmeister mit Frankreich. Danach durchlebte er allerdings ein schwieriges Jahr beim VfB Stuttgart, an dessen Ende der Abstieg stand. Reichen die Qualitäten des 35-Millionen-Euro-Mannes also überhaupt für ein Engagement beim Rekordmeister?

Ein Blick in die Statistik gibt Antwort: Nur Keeper Manuel Neuer kommt mit 3240 Minuten auf mehr Einsatzzeit als Pavard (3060 Minuten). Da muss sogar Joshua Kimmich (3016 Minuten) passen. "Es lief wie im Traum. (...) Wenn mir das jemand im Sommer gesagt hätte, hätte ich sicher den Kopf geschüttelt", wundert sich Pavard im Interview auf der Website des FC Bayern selbst über seinen Raketenstart. Zufall ist das nach Ansicht des Franzosen indes nicht: "Ich hatte mich auf diesen Schritt zum FC Bayern vorbereitet und dann vom ersten Tag an gespürt, dass ich mich hier tatsächlich noch einmal grundlegend weiterentwickeln kann. Ich bin noch lange nicht am Ende meines Weges."

Spielersteckbrief Pavard
Pavard

Pavard Benjamin

Leitspruch auf den Schienbeinschonern

Wie extrem ehrgeizig der 24-Jährige ist, zeigt sich an vielen Facetten. Auf seinen Schienbeinschonern der WM 2018 stand etwa: "Ich verliere niemals. Ich gewinne oder ich lerne." Aus Niederlagen müsse man die richtigen Schlüsse ziehen, sagt er. So gesehen hat er im letzten Jahr beim VfB Stuttgart wohl eine ganze Menge gelernt und nach München mitgebracht.

Zudem hat ihm sein Vater die Einstellung, nie zufrieden zu sein, wohl fast schon in die Wiege gelegt, wie er weiter berichtet. Er sei damals sein erster Trainer im Verein gewesen. Die Maxime war: "Selbstreflexion macht dich stärker." So sind die Spiele nach Abpfiff für ihn noch längst nicht vorbei. "Was habe ich falsch gemacht? Was kann ich das nächste Mal noch besser machen? Das ist mein Ansporn. Ich analysiere mich nach jedem Spiel konsequent."

Pavard feiert einsamen Geburtstag

Doch aktuell steht Pavard vor ganz neuen - keinen sportlichen - Herausforderungen, die ihn merklich beschäftigen. Wie bei allen Vereinen wird derzeit kein Teamtraining im gewohnten Sinne abgehalten. Der junge Franzose kommt damit - wie er selbst sagt - "solala" zurecht, weil er in München alleine zu Hause ist. Zudem feierte er am 28. März seinen 24. Geburtstag. Eigentlich hätten ihn, der keine Geschwister hat, seine Eltern besucht, doch das war in der derzeitigen Lage nicht möglich. "In dieser komplexen Situation so weit voneinander entfernt zu sein, ist natürlich unschön", gibt er zu. "Ich merke gerade, wie lang die Tage sind, wenn man sie dauerhaft komplett alleine verbringt."

Kleine Lichtblicke sind die täglichen Videoeinheiten mit dem Team. Da bleibt auch Zeit, sich danach noch auszutauschen. Dennoch schätzt er sich glücklich, hat er doch einen eigenen Fitnessraum und einen Pool, um zusätzliche Einheiten abzuspulen. Und mit kleinen Einheiten im Garten erhält er sich das Ballgefühl - bis er endlich wieder ins tägliche Training darf, dass er so vermisst.

tru

Pflichtspielminuten beim FC Bayern: Ein Neuzugang überrascht