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O Fenomeno und das Frisur-Manöver

Die Geschichte zu Ronaldos Haarschnitt bei der WM 2002

O Fenomeno und das Frisur-Manöver

Ronaldo

Frisur und Tore: Ronaldo bei der WM 2002. picture alliance

Der Erfolg gibt Ronaldo Recht. Nicht nur, weil er bei der Weltmeisterschaft 2002 acht Tore geschossen, nicht nur, weil er Oliver Kahn im Endspiel von Yokohama zweimal überwunden, nicht nur, weil er der brasilianischen Nationalmannschaft zum fünften Titel verholfen hat. Der Erfolg gibt Ronaldo auch deshalb Recht, weil die Welt in diesen Tagen wieder und wieder über seinen Haarschnitt gesprochen hat.

Das war sein Plan - und dieser Plan ging auf.

Spielersteckbrief Ronaldo
Ronaldo

De Lima Luiz Nazario

Weltmeisterschaft - Finale
Brasilien - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1914

Die Vorgeschichte: Ronaldo, seinerzeit noch in Diensten Inter Mailands, schlug sich mit einer Leistenzerrung herum. Er könne deshalb bei der WM nur 60 Prozent seines Leistungsvermögens abrufen, räumte der Angreifer ein - und trat mit diesem Geständnis in seiner Heimat eine regelrechte Welle an Sorgen los. Was, wenn Ronaldo, unser bester Mann, nicht in Form ist? Was, wenn er nicht die Tore erzielt, die es braucht, um in Japan und Südkorea erfolgreich zu sein? Ronaldo hier, Ronaldo da: Die Medien stürzten sich auf dieses Thema.

Schlechter Haarschnitt? "So hatte ich meine Ruhe"

Spielbericht

"Jeder redete von meiner Verletzung", erinnerte sich Ronaldo ein paar Jahre später - und erklärte dann, warum er sich zu jener Zeit diesen, wie er selbst sagte, "schlechten Haarschnitt" verpassen ließ: "Als ich im Training mit dieser Frisur ankam, hörte es auf." Das Gerede über seine Verletzung, die Sorgen. "So hatte ich meine Ruhe und konnte mich auf die Reha fokussieren", sagte Ronaldo.

Bei der WM trumpfte er dann auf. O Fenomeno führte Brasilien zum Titel - und fühlte sich in seinem Ablenkungsmanöver bestätigt. Er sei "nicht wirklich stolz" auf seinen Haarschnitt, er sei schließlich "sehr seltsam" gewesen. Aber: "Es war eben ein guter Weg, das Thema zu wechseln." Und dann eben das zu tun, was die Leute in seiner Heimat erwarteten: Tore zu schießen.

Sebastian Leisgang

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