2. Bundesliga

Was passiert mit dem geplanten Stadionausbau in Stuttgart?

Wegen der geplanten Modernisierung für die EURO 2024 doppelt unter Druck

Was passiert mit dem geplanten Stadionausbau in Stuttgart?

Mercedes-Benz-Arena (Stuttgart)

Die Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena imago images

Schlimm genug, noch einmal einen Monat, wortwörtlich, die Füße stillhalten zu müssen. Aber zumindest die Aussicht, dass die Spiele in der Bundesliga und ihrer kleinen Schwester eine Klasse tiefer fortgesetzt beziehungsweise beendet werden könnten, sorgt für vorsichtigen Optimismus bei den finanzklammen Klubs. Besonders beim VfB, der um ein Großprojekt bangen muss.

Im Zuge der EURO 2024 in Deutschland wollen die Schwaben ihre Arena herausputzen. Im Haushaltsentwurf der Stadt Stuttgart ist das Investitionsvolumen für die Jahre 2020 und 2021 mit rund 65 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadiongesellschaft soll von der Stadt einen Zuschuss in Höhe von 20 Millionen Euro für die Modernisierung erhalten, 22,5 Millionen soll die Stadiongesellschaft als Darlehen aufnehmen, das restliche Drittel über weitere 22,5 Millionen übernimmt der VfB Stuttgart. Die Investitionen sollen dazu dienen, unter anderem die mittlerweile in die Jahre gekommenen Technik- und Umkleideräume, die Medien- und Sicherheitsbereiche, die Beleuchtung, die Mannschaftsbusparkplätze und, wenn es nach dem VfB geht, auch die Logenbereiche zu modernisieren.

Veränderte Voraussetzungen

Bereits vor der Corona-Krise verstanden sich die bisherigen Pläne als ehrgeiziges und kostspieliges Projekt, das im Optimalfall den Stuttgarter Aufstieg in die Bundesliga voraussetzte. In diesen Tagen finden zwischen allen Beteiligten mit Blick auf die mittlerweile massiv veränderten Voraussetzungen Gespräche statt, was wie noch umsetzbar ist. COVID-19 hinterlässt tiefe Löcher in den Kassen des Staates, der Städte und der Klubs. Nicht weniger in Stuttgart, wo der VfB allein schon bei zu erwartenden vier Geisterspielen (gegen den HSV, Osnabrück, Sandhausen und Darmstadt) bis zu 12 Millionen Euro weniger einnimmt. Sollte die Saison sogar doch noch komplett abgesagt werden, könnten sich die Ausfälle auf rund 19 Millionen summieren. Ein Teil wird durch die Einführung der Kurzarbeit und den Gehaltsverzicht der Profis, der bei bis zu 20 Prozent liegen soll, aufgefangen.

Im Dezember, so der bisherige Plan, will der Gemeinderat entscheiden, ob er die 20 Millionen aus der Stadtkasse genehmigt. Können Stadiongesellschaft und Klub ihren vereinbarten Anteil beitragen, sollen die Baumaßnahmen im September 2021 starten. Von Januar 2022 bis August 2023 wäre die Haupttribüne der Mercedes-Benz-Arena dann eine Baustelle. Wie der deutsche Fußball in diesen Tagen allgemein bereits.

George Moissidis

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