3. Liga

FCK: Planinsolvenz als Rettung?

Corona-Krise könnte Schuldenschnitt erleichtern

FCK: Planinsolvenz als Rettung?

Soeren Oliver Voigt

Planinsolvenz: Ein Hoffnungsschimmer für den FCK und Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. imago images

Auf dem Betzenberg sieht es finanziell düster aus: Nach jetzigem Stand besteht eine Liquiditätslücke von rund zwölf Millionen Euro, um eine Zulassung für die Drittliga-Saison 2020/2021 zu erhalten. Hinzu kommt ein Schuldenberg von rund 20 Millionen Euro. Somit ist verständlich, dass Investoren einen Einstieg beim FCK angesichts der massiven Altlasten derzeit scheuen. Doch eine Ausnahmeregelung bietet eine neue Möglichkeit.

Am Dienstag hatte die DFL für die ersten beiden Spielklassen beschlossen, das Lizenzierungsverfahren zur Entlastung der Klubs anzupassen. Darunter fällt die Maßnahme, dass bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf den üblichen Abzug von bis zu neun Punkten verzichtet wird. Es ist zu erwarten, dass der für die Drittligisten verantwortliche DFB diese Entscheidung übernehmen wird.

Bei Planinsolvenz: Verträge behalten Gültigkeit

Hätte ein Insolvenzverfahren aufgrund des üblichen Punktabzugs sonst wohl den Abstieg in die Regionalliga bedeutet, stellt sich die Situation nun grundlegend anders da. Eine Planinsolvenz, bei der ein Erhalt des Betriebes angestrebt wird, könnte den viermaligen deutschen Meister aus wirtschaftlicher Sicht vor dem Aus bewahren. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt könnte in diesem Fall im Amt bleiben und bekäme einen Insolvenzverwalter zur Seite gestellt. Viel wichtiger: Die laufenden Spielerverträge behalten ihre Gültigkeit. Solange der Klub die vertraglichen Pflichten weiter erfüllen kann, kann ein Spieler seinen Arbeitsvertrag mit dem Verein nicht einseitig beenden. Ein Sonderkündigungsrecht hat nur der Insolvenzverwalter.

Sommer: Damoklesschwert Regelinsolvenzverfahren

In den Verhandlungen mit den Gläubigern - die einem Insolvenzplanverfahren in einem gewissen Rahmen zustimmen müssen - könnte so ein Großteil der Schulden beseitigt werden. Die Gläubiger dürften durchaus Interesse an diesem Verfahren besitzen. Denn gelingt es dem Fritz-Walter-Klub nicht, die Finanzlücke zu schließen, droht im Sommer ohnehin das Aus in Form eines Regelinsolvenzverfahrens. Dort dürften die meisten Kapitalgeber dann leer ausgehen.

Moritz Kreilinger