Bundesliga

Punktabzüge und Liquidität: DFL passt Lizenzierung an

Klubs sollen Corona-Auswirkungen bewältigen können

Punktabzüge und Liquidität: DFL passt Lizenzierung an

Der Bundesliga-Ball im Fokus einer Kamera

Wo ist künftig Bundesliga-Fußball zu sehen? Die DFL passt die Lizenzierung an. imago images

Verlängerung der Pause bis 30. April, "Produktionskonzepte" für Geisterspiele und eine medizinische Taskforce, die Durchführbarkeit von Training und Spielen klären soll - mit drei Beschlusspunkten hat sich die DFL vor allem dem Geschehen der (voraussichtlich) kommenden Wochen gewidmet. Der vierte Punkt geht weit darüber hinaus.

Mit Anpassungen des Lizenzierungsverfahrens will der Dachverband den Klubs die Bewältigung insbesondere der wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie erleichtern. Die Maßnahmen sollten die Klubs "entlasten", hielt Seifert fest, und diesen ermöglichen, den Spielbetrieb fortzusetzen. Das übergeordnete Ziel: Alle Wettbewerbs-Entscheidungen sollen auf sportlichem Weg fallen. Gemäß von Klubs entworfenen Extremszenarien könnten diese, sollte die Saison nicht zu Ende gespielt werden und TV-Gelder nicht fließen, im Mai und einige im Juni in eine existenzbedrohende Situation geraten.

Kein Punktabzug bei Insolvenz

Was wurde konkret beschlossen? Der in den Statuten (§ 11 Nr. 5 der Lizenzierungsordnung) vorgesehene Abzug von neun Punkten bei Eröffnung eines Insolvenzverfahrens wird in der laufenden Saison ausgesetzt. Es würden keine Punktabzüge fällig. Abgeschwächt wird die Sanktion auch in der Folgespielzeit: "In der kommenden Saison würde er nur drei statt wie bisher neun Punkte betragen", erklärte Seifert.

"Wir behalten uns vor, unsere Taktik auch in der laufenden Partie anzupassen."

Christian Seifert

Prüfung der Liquidität vor der Saison entfällt

Zudem werde im anstehenden Lizenzierungsverfahren für 2020/21 auf die ansonsten obligatorische Überprüfung der Liquidität verzichtet. Im Zuge der Saison wolle man aber sehr wohl prüfen, während der nächsten Spielzeit werde die Überprüfung von Ende Oktober auf Mitte September vorgezogen. Damit will sich die DFL nach eigener Darstellung "möglichst zeitnah auf Basis der Jahresabschlüsse zum 30. Juni 2020 ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage der einzelnen Klubs" verschaffen. In diesem Verfahren offensichtlich gewordene und nicht geschlossene Liquiditätslücken sollen in der Folge nicht mit einem Punktabzug, sondern mit Einschränkungen bei den Transfer-Aktivitäten bestraft werden.

Zur Saison 2021/22 soll das Lizenzierungsverfahren dann zur Normalität zurückkehren - wenn nicht andere Maßnahmen nötig erscheinen, wie Seifert beschrieb: "Wir behalten uns vor, unsere Taktik auch in der laufenden Partie anzupassen."

bru

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