Bundesliga

FC Bayern: Karl-Heinz Rummenigge erwägt Bundesliga-Start im Winter

Bayern-Boss schlägt Pay-TV-Sender "Sky" einen Deal vor

Rummenigge erwägt Bundesliga-Start im Winter

Karl-Heinz Rummenigge ist Vorstandsboss beim FC Bayern München.

Auch den FC Bayern München plagen wirtschaftliche Sorgen: Das weiß auch Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. imago images

"Wir sollten unbedingt diese Saison zu Ende spielen. Aus Gründen der sportlichen Fairness - aber natürlich auch, um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie möglich zu halten", sagte Rummenigge der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und brachte sogar die Option auf, die Saison notfalls erst im September zu beenden und in Folge dessen die Spielzeit 2020/21 erst im Winter zu starten. "Wenn das unter den Aspekten von Gesundheit und politischer Einschätzung nicht anders möglich wäre, müsste man sich mit diesem Szenario gegebenenfalls auseinandersetzen."

Für den Vorstandsvorsitzenden des deutschen Rekordmeisters wäre ein Saisonabbruch oder gar eine daraus resultierende abgespeckte Bundesliga bestehend aus 14 oder 16 Vereinen keine Option. Das machte Rummenigge unmittelbar vor der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga am Dienstag (10.30 Uhr) deutlich. "Wir müssen die Saison zu Ende spielen - egal wann", betonte der 64-Jährige und verwies auf drohende Einnahmeverluste von rund 770 Millionen Euro.

Kritik übte der FCB-Boss an UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der über mögliche Saisonabbrüche in der Champions League und Europa League spekuliert hatte. "Jetzt einfach so zu sagen, wenn bis Juni nicht gespielt werden könnte, müsste abgebrochen werden, bringt Verunsicherung in den Fußballmarkt."

Corona-Krise geht auch an Bayern nicht spurlos vorbei

Dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie auch am FC Bayern nicht spurlos vorbeigehen, bestätigte Rummenigge ebenfalls. Der deutsche Rekordmeister stünde "aufgrund unserer sehr guten Eigenkapitalsituation vielleicht um einiges besser da" als andere Bundesligisten, dennoch kämen auch auf die Münchner "wirtschaftliche Schwierigkeiten zu, wenn wir zu lange nicht Fußball spielen".

Aus diesem Grund hält sich der FC Bayern auch auf dem Transfermarkt zurück: "Wir warten derzeit ab, um auch mal das Pulver trocken zu halten und zu schauen, wie sich die Lage entwickelt. Wir wissen heute alle nicht, wie lange uns der Corona-Spuk noch begleiten wird." Allgemein erwartet Rummenigge künftig als Folge der Krise mehr "Rationalität im Geschäft".

Werden Financial-Fairplay-Regularien gelockert?

Zugleich geht er davon aus, dass es womöglich eine Lockerung der Financial-Fairplay-Regularien geben könnte. "Man müsste möglicherweise Investoren gestatten, dass sie frisches Geld in die Vereine bringen, um fürs Überleben der Klubs zu sorgen, damit sie Angestellte und Spieler zahlen könnten", erklärte der 64-Jährige, betonte aber zugleich: "Aber bitte nicht, damit am Ende am Transfermarkt von Schnäppchenpreisen profitiert werden könnte und dieser manipuliert würde."

Wie einen Liquiditätsengpass vermeiden?

Während die Münchner die Krise wohl länger durchhalten können, dürften andere Klubs schon im April in große Nöte geraten - und zwar dann, wenn "Sky" die anstehende Rate für die TV-Rechte an der Bundesliga nicht überweist.

Mit Blick auf diese verzwickte Lage schlägt Rummenigge einen Deal vor, der vorsieht, dass "Sky" auf Vertrauensbasis "die April-Zahlung leistet, auch ohne konkret zu wissen, wann wieder gespielt wird. Im Gegenzug könnte sich die DFL bereit erklären, einen Discount bei den Zahlungen in der kommenden Saison zu geben." Auf diese Weise könnte der Bezahlsender den Klubs aus ihrer misslichen Lage helfen - Stichwort: Liquiditätsengpass.

Superliga ad absurdum

Abschließend äußerte sich Rummenigge auch zu den Plänen einer europäischen Superliga. So etwas werde es "in den nächsten zehn Jahren nicht geben - egal, an welchem Rad gedreht werden sollte". Demnach sei die Grundidee der Superliga von Erhöhung von Einnahmen "durch die Krise erst mal ad absurdum geführt" worden.

Im Ticker: Coronavirus und der Sport

drm

Die finanziellen Folgen der Krise - Klub für Klub