3. Liga

FCK-Beirat Merk: "Der Prozess der Lizenzierung ist derzeit instabil"

FCK-Beirat baut auf Zugeständnisse des DFB

Merk: "Der Prozess der Lizenzierung ist derzeit instabil"

"Ein Spiel ohne Zuschauer ist für uns aus wirtschaftlicher Sicht quasi keine Verbesserung": Markus Merk.

"Ein Spiel ohne Zuschauer ist für uns aus wirtschaftlicher Sicht quasi keine Verbesserung": Markus Merk. imago images

Während die Klubs in den ersten beiden Ligen darauf hoffen, in einigen Wochen unter Ausschluss der Öffentlichkeit wieder spielen zu können, um auch die letzte noch ausstehende Tranche aus den Medienerlösen der DFL zu erhalten, gestaltet sich die Lage in der 3. Liga anders. Denn den rund 1,3 Millionen Euro, die der DFB jährlich an jeden der 20 Vertreter der Spielklasse ausschüttet, kommt in der Relation keine solch hohe Bedeutung zu wie den deutlich höheren TV-Erlösen in den oberen beiden Ligen. Viel wichtiger für die Drittligisten sind die Zuschauerinnahmen - doch diese sind zeitnah nicht in Sicht.

Den 1. FC Kaiserslautern trifft dies angesichts des bisherigen Zuschauerschnitts von 19.280 besonders hart. "Ein Spiel ohne Zuschauer ist für uns aus wirtschaftlicher Sicht quasi keine Verbesserung", konstatiert Markus Merk im Gespräch mit dem kicker und denkt dabei auch an die Kosten, die der Betrieb des Fritz-Walter-Stadions auch bei einem Geisterspiel verursacht. Doch diese Sorge hat der FCK nicht exklusiv, weshalb sich Merk auch um die Konkurrenz sorgt. "Das betrifft ja nicht nur uns. Viele werden große Probleme bekommen. Aus sportlichen Aspekten wäre es natürlich schön, die Saison zu Ende zu spielen, auch um Auf- und Abstieg fair zu regeln. Doch die Haupteinnahme, wo Liquidität beschafft werden kann, wäre trotzdem hinfällig."

Da eine direkte finanzielle Unterstützung des DFB nicht möglich ist, so zielt Merk doch auf ein deutliches Entgegenkommen seitens des Verbands hinsichtlich der Lizenzierung für die kommende Saison ab. "Der ganze Prozess der Lizenzierung ist derzeit instabil. Da können wir uns gar nichts anderes vorstellen, als dass der DFB uns Vereinen entgegenkommt, den ganzen Prozess hinausgezögert und Hürden gesenkt werden bis wieder mehr Planungssicherheit herrscht. Das ist der erste Schritt, auf den wir warten. Wird am Verfahren in der jetzigen Form festgehalten, gibt es die 3.Liga in dieser Form nicht mehr", betont der Ex-Schiedsrichter.

Planungen "auf Treibsand gebaut"

Da völlig unklar ist, wann der Fußball wieder in den bekannten Alltag übergehen kann, seien sämtliche derzeit getätigten Planungen "auf Treibsand gebaut". Es sei schwer vorstellbar, dass Dauerkartenbesitzer - in Kaiserslautern rund 12.000 - ohne zu wissen wann es weitergeht, im Sommer ihre Karte erneut kaufen. "Theoretisch müsste ja in der jetzigen Phase jeder Drittligist einen Worst-Case-Plan ohne Zuschauereinnahmen für die kommende Saison abgeben. Aber kein Verein könnte die Garantie abgeben, dass unter diesen Bedingungen die Saison durchfinanziert ist", fährt Merk fort.

Mit Verschiebungen der Fristen wäre geholfen

Als Vorbild für den DFB könnte gewissermaßen das Handeln der Bundesregierung dienen, welche beispielsweise die Frist von drei Wochen, binnen der ein Insolvenzantrag nach Zahlungsunfähigkeit gestellt werden muss, ausgesetzt hat - sofern durch die Corona-Krise bedingt. Mit der Verschiebung diverser Abgabefristen, so meint Merk, wäre den Klubs im ersten Schritt bereits geholfen. "Wir sitzen als Fußballer ja auch im Boot der Gesellschaft. Und nur, wenn wir alle zusammen rudern, funktioniert es. Solidarische und gemeinschaftliche Lösungen sind von Noten", bekräftigt Merk.

Merk freut die Kollegialität in der Bevölkerung

Weil sich der studierte Zahnarzt in der jetzigen Phase zudem um die Existenzen vieler Menschen sorgt, erfreut er sich umso mehr an der Kollegialität in der Bevölkerung. "Es ist eben nicht das Problem eines einzelnen. Genauso wenig kann ein einzelner für eine Lösung sorgen. Im Moment ist die Solidarität in der Gesellschaft toll. Wie es hinterher aussieht, wissen wir nicht. Aber vielleicht zieht auch der Fußball eine Lehre daraus."

Moritz Kreilinger