2. Bundesliga

1. FC Nürnberg: Mathenias Kritik - Dornebusch und die Quarantäne-WG

Nürnberg: Club-Torhüter erlebten Quarantäne auf unterschiedliche Art

Mathenias Kritik an Kleingruppen - Holt Dornebusch den Ball aus Nachbars Garten?

Felix Dornebusch und Christian Mathenia

Die beiden Club-Torhüter Felix Dornebusch (l.) und Christian Mathenia. picture alliance

Weil FCN-Profi Fabian Nürnberger positiv auf COVID-19 getestet worden war, mussten die Club-Spieler für zwei Wochen in Quarantäne. Eine entbehrungsreiche Zeit, wie auch Mathenia feststellte, der danach erst einmal mit Frau und Tochter eine Stunde lang spazieren ging. Eine sehr erlösende Erfahrung, wie er im kicker-Interview gesteht: "Als Teamsportler sind wir es gewohnt, jeden Tag mit einer großen Gruppe an der frischen Luft zu trainieren. Umso schwerer fällt es, in den vier Wänden zu bleiben", so der 27-Jährige, der nach einem Kniescheibenbruch erst nach der Winterpause sein Comeback gegeben hatte.

Mit speziellen Torwart-Übungen wusste sich Mathenia zu Hause zu helfen, schoss Bälle im Garten gegen eine Beetkante, um sie dann zu fangen. Dass andere Profiklubs das Individualtraining aufhoben, hält Mathenia für ein falsches Signal in diesen Krisenzeiten - "und sei es nur in Kleingruppen". Denn: "Für den Fußball ist die Situation sicher nicht einfach, er sollte sich aber nicht über gesellschaftliche Probleme stellen."

Intensive WG-Gespräche und Dr. Dorsten

Mathenia konnte die Quarantäne-Zeit mit seiner Familie verbringen, Torwart-Kollege Felix Dornebusch indes wohnt mit Teamkamerad und Winter-Neuzugang Philip Heise in einer WG. Die beiden Fußballer nutzten die Zeit, um über Medienkonsum hinaus auch lange Gespräche zu führen. "Das hat uns auch noch mal ein Stückchen nähergebracht. Dabei ist uns aufgefallen, wie wenig man über seine Mitspieler weiß, obwohl man täglich miteinander zu tun hat", verriet Dornebusch im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung". Im täglichen Podcast von Christian Drosten, den Virologen der Berliner Charité informiert sich Dornebusch über den aktuellen Stand der Dinge. Dorsten sei für ihn "ein Fixpunkt geworden" in der Quarantäne-Zeit. "Er erklärt total besonnen, total abgeklärt, ohne Panik zu machen."

Fußball im Garten: "Er wollte mich abschießen"

Neben den individuellen Fitness-Einheiten mit Ergometer und Hanteln hatten Dornebusch und Heise den Vorteil, im heimischen WG-Garten gemeinsam zu üben. Fauxpas inklusive: "Wir haben auch Fußball gespielt, zum Beispiel Fußball-Tennis auf der Terrasse. Philip hat mir ein paar Bälle in die Hände geschossen. Ein Ball ist verloren gegangen. Er wollte mich abschießen", berichtet Dornebusch über eine Szene, in deren Folge ein Passant den Ball dann versehentlich "drei Häuser weiter in den Garten von einem Nachbarn geböllert" habe.

Weil Dornebuschs Vertrag im Sommer ausläuft, meldete sich der Torhüter schon vor Beginn der Corona-Krise in Deutschland arbeitslos. "Das muss man drei Monate vor Beendigung des Arbeitsvertrags gemacht haben." Er sei schon einmal in dieser Situation gewesen - "das habe ich auch hinbekommen".

Lesen Sie das komplette Interview mit Christian Mathenia in der aktuellen Montag-Ausgabe des kicker (hier auch e-Magazin zu bestellen).

aho