3. Liga

3. Liga, MSV Duisburg, Marvin Compper: "Trainiere viel mit meiner Frau"

MSV Duisburg: Ex-Nationalspieler erhält ab 1. April Kurzarbeitergeld

Compper im Interview: "Ich trainiere viel mit meiner Frau"

Marvin Compper

Fitness mit Frau und Kindern: Marvin Compper spielte einst in der Nationalelf und jetzt drittklassig beim MSV Duisburg. picture-alliance

Marvin Compper (34) hat in seiner Karriere viel erlebt. Das aber ist komplett neu: Der Ex-Nationalspieler in Diensten des MSV erhält ab dem 1. April Kurzarbeitergeld.

Herr Compper, auch die Spieler des MSV Duisburg sind in Kurzarbeit. Wie fühlt sich das für einen Fußball-Profi an?
Die Situation ist absolut außergewöhnlich. Aber das ist sie ja für jeden von uns derzeit.

Wie haben Sie auf die Bitte des MSV reagiert, Abstriche beim Gehalt zu machen?
Unser Sportdirektor Ivo Grlic hat mit allen Spielern gesprochen und erklärt, was die Pause für den Verein bedeutet. Ich musste da nicht lange überlegen. Kurzarbeit und Gehaltskürzungen sind für den Verein überlebensnotwendig. Was man aber auch wissen muss: In der 3. Liga laufen keine Fußball-Millionäre auf. Der Gehaltsverzicht ist ein echter Beitrag, damit der MSV das finanziell schafft.

Was machen Sie so den ganzen Tag?
Wir sind wie alle viel im Haus. Wir gehen höchstens zum Joggen oder Einkaufen raus. Meine Frau und ich verbringen viel Zeit mit unseren beiden Söhnen. Die beiden Kinder sind ja jetzt ebenfalls immer da.

Zwei bis drei Stunden Fitness

Wie halten Sie sich fit?
Ich trainiere viel, übrigens auch mit meiner Frau. Sie ist Tanzlehrerin und kann derzeit ebenfalls nicht arbeiten. Wir versuchen, auch unsere beiden Kinder mit ins Training einzubeziehen. Vom MSV bekommen wir einmal in der Woche individuelle Trainingspläne. Ich halte mich im Moment so zwischen zwei und drei Stunden am Tag fit. Das Training mit der Mannschaft lässt sich aber durch nichts ersetzen.

Wie halten Sie den Kontakt zur Mannschaft?
Wir haben eine WhatsApp-Gruppe und bleiben so in Verbindung.

Sie waren zweimal länger verletzt, und gerade, als Sie wieder fit waren, kam die Pause. Wie gehen Sie mit diesen häufigen Unterbrechungen um?
Ich schaue nicht zurück auf die Verletzungen, sondern immer positiv nach vorn und konzentriere mich auf das, was ich beeinflussen kann. Ich fühle mich wohl beim MSV und auch in und mit der Mannschaft. Nach den drei Niederlagen Ende Februar, Anfang März haben wir uns nicht zerfleischt, sondern die Köpfe zusammengesteckt und gesagt, dass wir noch ein bisschen mehr tun müssen. Das hat man dann gegen Magdeburg gesehen. Da haben wir beim 1:0 vor allem kämpferisch überzeugt.

Elf Spiele bis Ende Juni?

Kommt da nicht die Pause zur Unzeit?
Die Situation ist ja für alle gleich. Soweit ich weiß, sind mindestens bis zum 19. April alle Plätze gesperrt. Danach erst könnten wir in eine kurze zweiwöchige Vorbereitung starten. Wir haben dann elf Spiele bis Ende Juni vor uns. Da muss man sehen, wie die einzelnen Mannschaften mit diesem Pensum umgehen.

Glauben Sie, dass überhaupt noch einmal gespielt wird?
Man weiß nicht, wie es mit dem Virus weitergeht. Wenn die Saison tatsächlich abgebrochen werden muss, dann bin ich dafür, dass wir aufsteigen. Es sind bereits über 70 Prozent gespielt, und wir sind Tabellenführer. Da hat die Tabelle Aussagekraft. Es wird keine Lösung geben, die für alle befriedigend ist. Aber die ganze Saison zu annullieren, das halte ich nicht für richtig.

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