Bundesliga

VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsrat Witter: "Stehen zu Vereinbarungen"

Der VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsrat über die Auswirkungen der Krise und Solidarität

Witter: "Wir stehen zu den Vereinbarungen"

Frank Witter

Sendet in der Krise wichtige Signale an die sportlichen Partner des Autokonzerns: VW-Vorstand Frank Witter. imago images

Frank Witter hat, wie er sagt, in seinem Leben schon viele Krisen durchlaufen. Die Auswirkungen des Coronavirus aber sind auch für den erfahrenen Finanzexperten, der seit 1992 für Volkswagen tätig ist, nicht abzusehen. Es sei in seiner Unberechenbarkeit einzigartig, sagt Witter im kicker-Interview. "Es geht nicht nur um den wirtschaftlichen Druck, sondern in erster Linie auch um Menschenleben und Gesundheit."

Die wirtschaftlichen Verluste lassen sich noch lange nicht beziffern, dennoch sendet Witter wichtige Signale an die sportlichen Partner des Autokonzerns. Allen voran an den VfL Wolfsburg, der eine hundertprozentige Tochtergesellschaft ist. "Ein Sponsoring-Konzept ist auf Langfristigkeit ausgelegt. Wir stehen zu den Vereinbarungen, das ist die Basis, auf der die Geschäftsführung arbeitet. Wir haben nicht vor, kurzfristig daran etwas zu verändern." Zahlen wurden nie offiziell bestätigt, es heißt aber, dass Volkswagen den VfL jährlich mit 70 Millionen Euro unterstützt.

Und auch der Deutsche Fußball-Bund kann sich der weiteren Unterstützung von VW sicher sein. Seit 2012 hält der Konzern bereits die Sponsoring-Rechte am DFB-Pokal, seit 2019 ist er Generalsponsor. "Wir haben Verträge abgeschlossen, und diese werden wir einhalten", betont Witter. "Es ist bedauerlich, aber auch richtig, dass die EM in diesem Jahr nicht stattfindet. Wir stehen uneingeschränkt zu dieser Zusammenarbeit."

"Solidarität hat auch ihre Grenzen"

Und wie hält es der Finanzfachmann mit möglichen Solidarfonds, die über das 20-Millionen-Euro-Paket der vier diesjährigen deutschen Champions-League-Teilnehmer hinausgehen? "Grundsätzlich ist Solidarität immer eine gute Eigenschaft, aber sie hat natürlich auch ihre Grenzen. Warum steht jetzt der eine Verein gut da und der andere schlechter? Da gibt es vielleicht auch Historien von gutem oder schlechtem Wirtschaften." Gleichwohl hält er Gedanken, "wie man mit solidarischen Elementen die bewährte Struktur der Bundesliga erhalten kann", für notwendig. "Aber man darf nicht unrealistisch sein hinsichtlich der Erwartungshaltung, was die finanzstärkeren Klubs überhaupt leisten können."

Champions League aktuell nur ein Traum

Geleistet hat der VfL Wolfsburg jedenfalls eine Menge, seitdem Witter das Amt des Aufsichtsrats-Vorsitzenden im April 2018 übernommen hat. Damals steckten die Niedersachsen tief im Abstiegskampf, nun sind sie zumindest schon wieder in der Europa League dabei. Darf's schon bald wieder ein bisschen mehr sein? Die Teilnahme an der Champions League, in der der VfL letztmals 2016 vertreten war, sei aktuell nur ein Traum, so der 61-Jährige. "Im Moment ist es nicht unsere Ambition, nicht in dieser Saison und realistischerweise auch nicht in der nächsten Spielzeit."

In der Montagsausgabe des kicker spricht Witter zudem über die geplante Weiterentwicklung des VfL, die Zukunft von Geschäftsführer Jörg Schmadtke und die eigenen Pläne als VfL-Aufsichtsrat. Zudem gibt es den Report "Reich. Aber nicht sexy." über den Ist-Zustand des VfL Wolfsburg.

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Thomas Hiete

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