Bundesliga

Markus Gisdol: "Bin überzeugt, dass wir dadurch nichts verlieren"

Kölns Trainer über den Trainingsstopp

Gisdol: "Bin überzeugt, dass wir dadurch nichts verlieren"

Markus Gisdol

"Den einen oder anderen mussten wir bremsen": Kölns Trainer Markus Gisdol ist mit dem Trainingspensum seiner Spieler zufrieden. imago images

Zuversicht ist aktuell eine knappe Ressource, Markus Gisdol versucht trotzdem etwas Optimismus zu verbreiten. "Nicht klagend, sondern positiv" begegne er der vom Corona-Virus erzwungenen Trainingspause. Deswegen spricht der Trainer des 1.FC Köln auch lieber von einer "Frühlingspause", die er mit seiner Mannschaft wie die gewohnte Sommerpause annehmen will: Erst etwas abschalten, dann individuell und schließlich wieder in der Gruppe trainieren. Das soll planmäßig am 6. April sein, dann soll der Bundesliga-Kader wieder in Kleingruppen auf dem Platz stehen. Zuvor bleibt Gisdol in der ungewohnten Rolle als Heim-Trainer.

Am Freitag kam die Mannschaft nach längerer Zeit immerhin mal wieder im Geißbockheim zusammen - allerdings mit dem gebotenen Sicherheitsabstand zueinander. Neben Gisdol sprachen auch die Geschäftsführer Alexander Wehrle und Horst Heldt zum Team. "Der eine nimmt die Situation positiver auf, andere machen sich mehr Gedanken", verriet Gisdol. Das Trainerteam halte aber in jedem Fall regelmäßigen Kontakt zu den Spielern, zuletzt sei beispielsweise die angemessene Ernährung während der Spielpause ein Thema gewesen. Nun soll der Klubkoch beispielsweise auch Mahlzeiten zu den Profis liefern. Die Fitnesswerte werden ohnehin per App überwacht: "Da mussten wir den einen oder anderen eher bremsen", lobt Gisdol seine Spieler.

1. FC Köln - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Trainersteckbrief Gisdol
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Gisdol Markus

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Fußball hat Vorbildfunktion

Die sieht der FC-Trainer auch in einer Vorbildfunktion für die Gesellschaft. Im Gegensatz zu anderen Vereinen, die das Training wieder aufgenommen haben, bleibt die Mannschaft vorerst isoliert: "Ich bin überzeugt, dass wir nichts verlieren, wenn wir individuell trainieren", sagt Gisdol, die Entscheidung der Konkurrenz sei ihm "egal". Wichtiger sei es zu signalisieren, dass sich auch die Fußballer an die Vorgaben zur physischen Distanzierung halten. "Ich bin auch positiv gestimmt, weil ich sehe, dass die Forderungen unserer Kanzlerin umgesetzt werden", betont Gisdol und mit Blick auf die gesamte Krise: "Ich glaube, dass wir das schaffen. Bei unserem Gesundheitssystem bin ich stolz, Deutscher zu sein. Da sind wir mit die besten."

Früher oder später will der 50-Jährige aber wieder spielen. Auch, weil der Sport den Zuschauern Zerstreuung biete. "Die Leute lechzen jetzt schon danach, dass wir wieder spielen. Auch wenn es vorerst ohne Zuschauer ist: Wir sind dazu verpflichtet, die Leute zu unterhalten", sagt Gisdol. Die ersten Spiele mit vollen Stadien würden dann sicher "ein ganz besonderes Erlebnis".

Jim Decker

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