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"Das sind alles zarte Pflänzchen, die wir gießen"

DFL zieht Fazit nach VBL Club Championship

"Das sind alles zarte Pflänzchen, die wir gießen"

Die DFL blickt positiv auf die abgelaufene Saison in der VBL Club Championship zurück

Die DFL blickt positiv auf die abgelaufene Saison in der VBL Club Championship zurück. DFL

Die VBL Club Championship steht immer noch am Anfang. Erst zwei Saisons hat der offizielle eFootball-Wettbewerb der Deutschen Fußball Liga auf dem Buckel. Dementsprechend stellt Heyden stets heraus, dass die Liga immer noch als "zartes Pflänzchen" angesehen wird, dass man "hegen, pflegen und wässern muss". Und um in der Natur zu bleiben: Drastische Änderungen sollten vermieden werden, sonst gehe die Pflanze womöglich vollends ein. Das ist auch im Kontext der abgelaufenen VBL Club Championship-Saison zu sehen. Anstatt grundlegender Neuerungen kümmerte sich die DFL vor allem darum, das Produkt weiter aufzupolieren und alte Schwachstellen zu beseitigen.

Positive Entwicklung bezüglich der Stringenz

Das Hauptaugenmerk lag auf dem Spielplan: In der Debütsaison war dieser vollgestopft und Verlegungen an der Tagesordnung, dieser Umstand sorgte für Stress bei den Spielern und Verwirrung bei den Fans. Als Reaktion zog die DFL die Saison auseinander und sorgte für genormte Anstoßzeiten. "Dadurch hatten wir eine wesentlich höhere Stringenz im Spielplan", sagt Heyden und führt aus: "Ich weiß, am Donnerstag ist eFootball-Tag im TV. Ich weiß, mittwochs wird gespielt." Hinsichtlich der Übertragung im Fernsehen freut er sich auch über die Qualität. "Ich finde, auch das TV-Produkt ist noch mal ein richtiges Stück besser geworden, das qualitativ hochwertige Design, die professionelle Durchführung, die tolle Moderation", lobt Heyden.

Der Digital Sports-Chef der DFL verteilt zudem ein Kompliment an die Vereine. Auch sie seien in der vergangenen Spielzeit "gewachsen" und würden immer mehr dabei helfen, die VBL Club Championship "als einen wirklich ernst zu nehmenden Wettbewerb zu etablieren". An dieser Stelle zeigen sich aber immer noch große Unterschiede. Während einige Klubs engagiert an das Thema eFootball rangehen, zusätzliche Events planen und ihre eigenen Übertragungen professionell aufziehen, hinken andere weiterhin hinterher.

Mehr Klarheit in der Übertragung schaffen

Bezüglich der Streams sieht Heyden auch bei der DFL noch Verbesserungspotenzial. Diese werden zwar in Eigenregie von den Vereinen organisiert, sind jedoch auch Teil des Produkts Virtual Bundesliga: "Wenn wir uns an die eigene Nase fassen, ist manchmal noch nicht hundertprozentig erkennbar, wo man überall die Online-Spiele sehen kann." Ob auf Twitch, YouTube oder den Klubseiten, hier soll in Zusammenarbeit mit den Vereinen mehr Klarheit geschaffen werden.

Das ist aber nicht der einzige Punkt, an dem die DFL anpacken will: "Worin wir weiter investieren wollen, ist die begleitende Welt. Wir wollen die Website besser machen, mehr Statistiken zeigen und schneller sein. Wir haben uns in dieser Saison auf die sportliche Organisation konzentriert, das begleitende Drumherum haben wir weiter optimiert. Da wird man bis zur nächsten Saison auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung sehen."

Akzeptanz steigt dank des Austauschs

Doch wie sieht es eigentlich bei den zwei großen Herausforderungen der VBL aus? Heyden benannte diese vor Saisonbeginn als wirtschaftliche Tragbarkeit und Akzeptanz bei Fußballfans. In beiden Punkten gab es laut dem Digital Sports-Chef einen Schritt nach vorne: "Die Akzeptanz in den Klubs haben wir erreicht, weil ein reger Austausch zwischen den klassischen Lizenzspielern und den eSportlern herrscht - gerade wegen der ganzen eAcademys auf den Campus. Wir sehen zudem, dass die Nutzerzahlen steigen, während der Spiele und Streams. Das sind alles zarte Pflänzchen, die wir gießen." Potenzial scheint damit gegeben, am Ende der Entwicklung ist die Virtual Bundesliga Club Championship aber noch lange nicht. Neben den eigens erkannten Kritikpunkten will die DFL daher auch bei den Fans nachfragen, was in der kommenden Spielzeit noch verbessert werden soll.

Christian Bellinger/Christian Mittweg