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Kult-Langstrecken-Triathlon in Roth abgesagt: Keine andere Wahl

Challenge kommt erst 2021 wieder

Kult-Langstrecken-Triathlon in Roth abgesagt: Keine andere Wahl

Triathlon in Roth

Begeisterte Fans - der Triathlon-Klassiker in Roth. getty images

Felix Walchshöfer las die schlechte Nachricht höchstpersönlich vor. Er tat es mit Fassung. Seine Worte waren auch Mahnung. Am Donnerstag sagten die Veranstalter die legendäre Challenge Roth ab. Das Kultrennen im Langstrecken-Kalender des Triathlonsports findet nicht wie geplant am 5. Juli dieses Jahres statt, es findet in diesem Jahr gar nicht statt. "Schweren Herzens mussten wir die Entscheidung treffen", erklärte Walchshöfer: "Es bleibt uns auch nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden keine andere Wahl."

Das Rennen wäre wieder zu einem Highlight geworden. Dreifach-Champion Jan Frodeno, der 2016 in Roth die Weltbestzeit über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen erzielt hatte, wollte starten. Weltmeisterin Anne Haug hatte zugesagt, ebenso die jeweils Zweit- und Drittplatzierten der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii im Oktober vergangenen Jahres. Und noch einige Topathleten mehr.

Auch Klassiker auf Lanzarote fällt aus

Es sei die schwierigste Entscheidung der vergangenen 19 Jahre gewesen, also seit der Gründung der Challenge 2002, hieß es. "Wir haben lange gerungen, überlegt und nach möglichen Alternativen gesucht, aber die stetige Ausbreitung dieses schrecklichen Virus in nahezu allen Ländern der Welt hat uns auf schmerzliche Weise einsehen und verstehen lassen, dass eine Absage für dieses Jahr letztlich alternativlos ist", sagte Walchshöfer.

Am Tag zuvor hatte die Ironman-Serie den Klassiker auf Lanzarote Ende Mai abgesagt. Andere Rennen waren zuvor abgesagt oder verschoben worden. Noch offen ist, was mit dem Ironman in Hamburg am 21. Juni passiert, ebenso mit der EM in Frankfurt/Main eine Woche später (28.).

Walchshöfer meinte generell: "Wenn man die Lage realistisch einschätzt, wird man zu dem Schluss kommen, dass Veranstaltungen in dieser Größenordnung bis Ende des Jahres nicht durchführbar sein werden." Allein 7500 Helfer sind bei dem Event im Landkreis Roth im Einsatz. Der Triathlon-Klassiker 2021 soll am 4. Juli steigen.

Absage "nichts als ein Sandkorn in der Wüste"

Im Gegensatz zur Ironman-Serie, wo das Startrecht beispielsweise auf das Rennen im nächsten Jahr übertragen wurde, erhalten die angemeldeten Athletinnen und Athleten in Roth ihre Anmeldegebühr abzüglich einer Gebühr zurück. "Ein Veranstalter, der in erster Linie an seine Starter denkt, wird auch diese Krise überstehen. Wenn die Corona-Pandemie überwunden ist, werden die Athleten dankbar zurückkehren", kommentierte die "Nürnberger Zeitung".

"Wenn wir uns die gewaltigen Konsequenzen und Auswirkungen vor Augen halten, die diese Pandemie der Weltbevölkerung abverlangt, ist im Vergleich dazu die Absage einer Sportveranstaltung - und sei es auch eine so große wie der DATEV Challenge Roth - nahezu ohne Bedeutung, nichts als ein Sandkorn in der Wüste", hieß es von Seiten Walchshöfers: "Das sollten wir uns in dieser Situation vor Augen halten, dann fällt es uns allen auch leichter, die Dinge richtig einzuordnen."

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dpa

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