Bundesliga

Hoffenheims Winterabgänge: So geht es Vogt, Brenet und Co.

Eine Zwischenbilanz

Hoffenheims Winterabgänge: So geht es Vogt, Brenet und Co.

Joshua Brenet, Kevin Vogt

Nicht mehr in Diensten der TSG Hoffenheim: Joshua Brenet (li.) und Kevin Vogt. imago images

Der prominenteste Abgang in der Wintertransferperiode war Kevin Vogt. Der 28-Jährige war im Verlauf der Hinrunde bei Trainer Alfred Schreuder in Ungnade gefallen und unmittelbar vor der Winterpause als Kapitän der TSG zurückgetreten. Als sich auch in der Vorbereitung auf die Rückrunde keine Verbesserung der Lage des einstigen Führungsspielers abzeichnete, entschieden sich alle Beteiligten für eine Trennung, zunächst auf Zeit. Bis 30. Juni ist Vogt an den Ligakonkurrenten Werder Bremen ausgeliehen, wo er nahtlos in seine Rolle als Abwehrchef schlüpfte und gleich im zweiten Spiel für Werder auf die TSG traf. Das 0:3 gegen Hoffenheim bedeutete für Vogt nach einem Erfolg zum Start in Düsseldorf (1:0) die erste von vier Niederlagen in Folge, mit einem Remis gegen Hertha BSC verabschiedete sich Bremen in die Corona-Zwangspause und schwebt als Vorletzter weiter in akuter Abstiegsgefahr.

Was eine weitere Zukunft Vogts in Bremen über den Sommer hinaus stark in Zweifel zieht. Gleiches gilt übrigens auch für den bereits im Sommer an Werder verliehenen Leonardo Bittencourt. Die vereinbarte Kaufoption verliert mit einem Abstieg Bremens ihre Gültigkeit, Bittencourt (Vertrag bis 2023) würde wie Vogt (bis 2022) formal zunächst nach Hoffenheim zurückkehren.

Über Brenets Zukunft wird im Sommer entschieden

Wie Vogt durfte auch der nach Arnheim verliehene Joshua Brenet in seiner niederländischen Heimat wieder etwas Spielpraxis sammeln. Der Außenverteidiger, der bei der TSG unter Landsmann Schreuder nicht zum Zuge kam, verzeichnete immerhin vier Einsätze (1 Sieg/3 Niederlagen) und befindet sich mit Vitesse auf Rang sieben der Tabelle. Auf seiner Lieblingsposition auf der rechten Seite darf Brenet aber auch in Arnheim nicht ran und muss bislang auf die linke Seite ausweichen. In Hoffenheim ist Brenet noch bis 2022 gebunden, im Sommer wird neu entschieden.

Wie Vogt sammelte auch Winterabgang Lukas Rupp bei seinem neuen Klub Norwich City viel Spielpraxis, schwebt aber als Tabellenletzter weiter in akuter Abstiegsgefahr. Sechs Spiele hat Rupp bereits bestritten in der Premier League und dabei zwei Siege, ein Remis und vier Niederlagen eingefahren. Der gebürtige Heidelberger hatte die TSG ein halbes Jahr vor Ablauf seines Vertrages für 500000 Euro verlassen und unabhängig von der Ligazugehörigkeit bis 2022 in Norwich unterschrieben.

Ochs hat für seinen neuen Klub bereits getroffen

Immerhin elf Spiele und vier Tore verzeichnete der aus Brighton ausgeliehene Jürgen Locadia, ehe sich für den Niederländer nach der Verpflichtung von Munas Dabbur nur noch wenig Perspektive in Hoffenheim abzeichnete. Der Mittelstürmer spielt mittlerweile in den USA für den FC Cincinnati. Dort hat er die beiden ersten Saisonspiele bestritten und auch gleich einen Treffer erzielt. Gleich beim Debüt in der Major League Soccer traf Locadia gegen die New York Red Bulls, konnte aber die 2:3-Niederlage nicht verhindern. Auch in der zweiten Partie musste sich Cincinnati 1:2 gegen Atlanta United geschlagen geben.

Auch Eigengewächs Philipp Ochs musste sich nach über zehn Jahren im Kraichgau nach einer neuen Option für seinen nächsten Karriereschritt suchen und entschied sich für den Zweitligisten Hannover 96, wo er bis 2022 unterschrieb Dreimal stand Ochs bislang für die Hannoveraner auf dem Platz, zweimal stand er ohne Einsatz im Kader. Auch sein erstes Tor für die 96-er hat Ochs erzielt, sein wichtiges 2:1 ebnete den 3:1-Erfolg gegen Kiel und trug dazu bei, dass sich Hannover etwas von der kritischen Tabellenregion absetzen konnte.

In der roten Zone hängt allerdings Robert Zulj mit dem VfL Bochum noch fest und rangiert als 15. unmittelbar vor dem Relegationsplatz. Vier Einsätze verbuchte Zulj, der sich bis 2023 an den VfL gebunden hat, bislang und bilanzierte dabei zwei Niederlagen , ein Remis und einen Sieg.

Michael Pfeifer