3. Liga

Welzmüller: Warum Unterhaching das Offensiv-Feuerwerk nicht mehr gelingt

Unterhaching: Kapitän fehlte eineinhalb Jahre verletzt

Welzmüller: "Das typische Offensiv-Feuerwerk gelingt im Moment nicht mehr"

Josef Welzmüller (re.) gegen den Chemnitzer Davud Tuma

Comeback nach langer Abstinenz: Hachings Kapitän Josef Welzmüller (re.) Anfang März gegen den Chemnitzer Davud Tuma. imago images

Beim 5:3 in Halle blitzte die alte Unterhachinger Leidenschaft wieder auf. Das Toreschießen. Was in der Vergangenheit des öfteren gelang, ist in der aktuell unterbrochenen Saison zur Seltenheit geworden. In den beiden letzten Partien vor der Corona-Zwangspause traf die Elf von Trainer Claus Schromm überhaupt nicht mehr ins Schwarze (0:1 gegen Bayern II, 0:1 in Chemnitz).

"Das typische Hachinger Offensiv-Feuerwerk gelingt uns im Moment nicht mehr, weil das Augenmerk nicht mehr so auf dem Angriffsbereich liegt", sagt Josef Welzmüller, der nach einem Kreuzbandriss im September 2018 rund eineinhalb Jahre lang kein Pflichtspiel mehr für die Oberbayern bestritt, im Interview mit dem kicker.

"Schleichender Prozess" Richtung Defensive

Anfang März feierte der Kapitän beim 0:1 in Chemnitz sein Comeback. Welzmüller kann nach seiner langen Abstinenz die aktuelle Spielweise der Hachinger mit der vor seiner Verletzung gut vergleichen. "Vor eineinhalb Jahren haben wir mit Haching sehr starken Offensiv-Fußball gespielt. In der Zwischenzeit haben wir versucht, einen größeren Fokus auf die Defensive zu setzen", verrät der 30-Jährige. Ein "schleichender Prozess" habe dazu geführt.

Früher spielte die Schromm-Elf "lieber 5:5 als 0:0", diese Herangehensweise sei aber nicht immer von Erfolg gekrönt gewesen. Schromm stärkte die Defensive, was sich auszahlte. Schlussmann Nico Mantl hat mit zehn "weißen Westen" die meisten unter den Drittliga-Torhütern gesammelt. Und mit 31 Gegentoren in 27 Spielen hat Unterhaching zusammen mit drei anderen Teams aktuell die beste Abwehr der gesamten 3. Liga.

Defensiv-Rekorde machen auch Spaß

"Es macht auch Spaß, Defensiv-Rekorde wie in dieser Saison aufzustellen", freut sich Innenverteidiger Welzmüller, der fortan auch wieder selbst mit dazu beitragen kann - wenn der Ball dann irgendwann wieder rollt.

Gelingt der SpVgg dann wieder beides - defensive Stabilität und Spektakel im Angriff? Welzmüller ist positiv gestimmt: "Uns muss es gelingen, wieder zu einer starken Offensive zurückzukehren, was wir bei unserem starken Kader auch schaffen werden."

Alle starten wieder bei null

Aus persönlicher Sicht kam die Zwangspause ungelegen, Welzmüller ging es körperlich sehr gut ("Die 90 Minuten in Chemnitz hat mein Körper sehr gut weggesteckt"), das Selbstvertrauen war zurückgekehrt. "Von daher ist es für mich persönlich schade, dass jetzt eine Pause gekommen ist. Aber die Mannschaft steht über meiner Person." Die Hoffnung der Hachinger? Verletzte kehren zurück, die Pause tut angesichts des Negativtrends vielleicht gut - und die formstarken Konkurrenten wie Neuling Waldhof Mannheim oder Lokalrivale 1860 München müssen nach Wiederbeginn erst einmal wieder Schwung aufnehmen. Welzmüllers Zwischenfazit: "Wenn die Liga wieder starten wird, geht es für alle Mannschaften noch mal bei null los."

Lesen Sie das komplette Interview mit Josef Welzmüller in der aktuellen Donnerstag-Ausgabe des kicker.

Robert M. Frank/aho

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