Bundesliga

Marius Wolf von Hertha BSC: "Im Wald fällt es leichter"

Sonderlob für Coach Henrik Kuchno

Wolf: "Im Wald fällt es leichter"

Marius Wolf

Will nach der Krise wieder durchstarten: Marius Wolf. Getty Images

Sagt er zumindest im Scherz. "Ich könnte langsam Radprofi werden", betont der 25-Jährige schmunzelnd bei einer Medienrunde via Skype am Mittwoch. Seit gut einer Woche befindet sich Wolf wie seine Teamkollegen schon zwangsweise in den eigenen vier Wänden, und sein Tagesablauf sieht vor allem eines vor: Sport - sehr häufig auf dem E-Fitness-Bike, dass die Hertha-Profis neben anderen Geräten erhalten haben, um während der Zeit der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit ihre Kondition einigermaßen zu erhalten.

Bis zu dreimal täglich absolviert Wolf eine Einheit, zum Radfahren kommen noch Workouts nach Anleitung per Youtube sowie Gruppenaufgaben via Skype und angeleitet von Hertha-Coach Henrik Kuchno. "Henrik bietet viel Abwechslung, dadurch wird es nicht langweilig", lobt Wolf den Fitness-Coach.

Sport als Teil eines geregelten Tagesplans

Wolf seinerseits versucht, den Sport in einen geregelten und festen Tagesplan zu integrieren. Auch, damit ihm die Decke nicht auf den Kopf fällt. Neben dem Sport gehört natürlich auch der Kontakt zu seinen Teamkollegen zum Alltag - per Mobiltelefon. "Ich muss das Handy dreimal am Tag aufladen", sagt der Flügelspieler lächelnd. Darüber hinaus misst er sich an der Playstation mit Kollegen und Freunden.

Und wenn es den Fußballer dann doch mal in den Füßen juckt, dann "habe ich einen kleinen Stoffball, mit dem ich rumschießen kann". Ansonsten kommt Wolf im Alltag gut klar, sagt er. Seine Einkäufe erledigen die Kumpels für ihn, und zwei-, dreimal gekocht hat der im Sommer 2019 von Borussia Dortmund gekommene Profi auch schon während der Quarantäne. Natürlich verfolgt Wolf auch die täglichen Nachrichten zur Corona-Krise und weiß dabei manchmal "nicht, was ich glauben soll".

Gehaltsverzicht auch in Berlin ein Thema

Befassen werden sich die Profis der Berliner zeitnah wohl auch mit dem Thema Gehaltsverzicht. "Ich denke, dass das ein Punkt ist, über den man sprechen muss", sagt Wolf, der schon vor Corona "viel gemacht hat, was Spenden angeht". Hertha-Kapitän Vedad Ibisevic habe sich zum Thema Gehaltsverzicht aber schon mit dem Klub ausgetauscht, heißt es, und werde das nun mit der Mannschaft besprechen.

Erstmal freut sich Wolf aber darauf, dass er nächste Woche wieder aus seiner Wohnung darf - auch zum Trainieren. "Wenn man im Wald joggen gehen kann, fällt es leichter", sagt er. Mehr als derart kurzfristige Planungen (und auch die können über den Haufen geworfen werden) kann der 1,87 Meter große und 79 Kilo schwere Profi nicht anstellen.

Hintenangestellt hat er die Frage nach seiner persönlichen Zukunft - Wolf ist von Borussia Dortmund ausgeliehen, Hertha hat eine Kaufoption. "Das beschäftigt mich momentan nicht so viel, es gibt Wichtigeres, was uns beschäftigen sollte", stellt Wolf klar. Für ihn geht es zunächst auch einmal darum, dass die Möglichkeiten ausgelotet werden, die Saison 2019/20 doch noch zu Ende zu spielen. Herthas Nummer 30 geht dabei auch davon aus, dass das mit Geisterspielen über die Bühne gehen dürfte. "Das wird Schritt eins sein", sagt er mit Blick auf die Rückkehr des Fußballs.

Andreas Hunzinger

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