NFL

Tom Bradys Start bei den Tampa Bay Buccaneers: Das Hindernis Corona

Quarterback beim neuen Team vorgestellt

Bradys Start in Tampa: Das große Hindernis Corona

Tom Brady

Weiterhin kein Bild in Rot: Das erste Foto von Tom Brady im Trikot der Buccaneers muss warten. imago images

Unter normalen Umständen wäre es eine große, amerikanische Inszenierung geworden. Tom Bradys erster Auftritt als Spieler der Tampa Bay Buccaneers - eigentlich ein großes Happening im US-Sport. Doch das Blitzlichtgewitter fiel flach, das obligatorische Bild mit dem neuen Trikot auch. Die Vorstellung des erfolgreichsten Quarterbacks aller Zeiten verkam zu einer banalen Telefonkonferenz. Die US-Sportjournalisten hörten die ersten Aussagen Bradys als Buccaneer nicht in Tampa, sondern am eigenen Schreibtisch.

Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus hat die NFL den Teams verboten, ihre Einrichtungen zu nutzen. Trainiert werden kann derzeit nur in den heimischen Fitnessstudios. Teambesprechungen, Treffen mit Kollegen: alles erst mal nicht möglich. "Ich werde keine Vorhersagen machen, wie die kommenden Monate aussehen", sagte Brady bei der Telefonkonferenz am Dienstag. "Ich werde so gut wie möglich mit den Leuten sprechen. Die Technologie wird helfen."

Corona wird zum Problem - Brady: "Ich muss Dinge lernen"

Aber auch Brady dürfte wissen: In seiner jetzigen Situation wird die aktuelle Corona-Lage zum großen Problem. Über 20 Jahre lang spielte er bei den Patriots. Immer unter Bill Belichick. Brady kennt dessen System aus dem Effeff, kann es perfekt umsetzen. Aber: Er hat eben auch noch nie unter einem anderen Head Coach gespielt, nie in anderen Strukturen als in New England. "Es ist ein neues Programm, sie haben ihren Weg", sagt Brady über die Buccaneers. "Ich muss die Dinge lernen, die ich lernen muss."

Die Umstellung an sich dürfte schon schwierig genug werden, nun wird sie durch die Corona-Krise noch einmal deutlich erschwert. "Ich schaue von Tag zu Tag", gibt Brady zu Protokoll. Dabei wäre gerade jetzt jeder Tag, den er in den Einrichtungen in Florida verbringen könnte, besonders wertvoll. Zwar bekommt er in Tampa Bay in Mike Evans und Chris Godwin ein Receiver-Duo, von dem er in seinen letzten Jahren in New England nur träumen konnte, doch auch mit den besten Spielern braucht es die entsprechende Chemie - und die kommt in der Regel durch Trainingsarbeit.

Brady wird einer seiner größten Stärken beraubt

Gerade damit hat es Brady bis an die Spitze geschafft. Er war nie der athletischste, nie der talentierteste Quarterback - aber ein Ehrgeizling, der sich in das vorgegebene System perfekt einarbeiten und die Qualitäten seiner Mitspieler perfekt in Szene setzen konnte. Der Möglichkeiten, diese Stärken zur Geltung kommen zu lassen, wird er durch Corona aktuell beraubt. Wann und wie er seine Mitspieler bei den Buccaneers kennenlernen oder sich mit Head Coach Bruce Arians treffen kann und wie das Training in den kommenden Monaten vor dem Start in die neue NFL-Saison ablaufen wird, ist auch für Brady völlig unklar.

Vielleicht auch deshalb - und weil die Bucs seit zwölf Jahren nicht mehr die Play-offs erreicht haben - versucht der 42-Jährige, die Erwartungen an seine Person zu dämpfen. "Eine Person ist kein Team", macht er klar - und wird doch wissen, dass sich in Tampa alles um ihn drehen wird. Auch wenn das Blitzlichtgewitter warten muss.

mib/dpa

Tom Brady - Der beste Quarterback der Geschichte