Olympia

Stimmen zur Olympia-Verschiebung 2020: "Alternativlose Entscheidung"

Stimmen zur Olympia-Verschiebung - von Harting bis Hasebe

"Es hat sich gezeigt: Man ist nicht machtlos"

Tokio muss sich gedulden

Tokio muss sich gedulden: Die olympischen Athleten werden erst 2021 nach Japan kommen imago images

Alfons Hörmann (Präsident Deutscher Olympischer Sportbund): "Die nunmehr schnelle und klare Entscheidung zur Verschiebung der Olympischen und Paralympischen Spiele ist ein richtiger und enorm wichtiger Schritt für den internationalen Sport und die gesamte Weltgemeinschaft."

Jonathan Koch (Athletensprecher DOSB): "Es ist schön, dass die Verantwortlichen beim IOC ein Einsehen haben und sich nun auch solidarisch mit der Weltgemeinschaft zeigen. So traurig die Verschiebung für jedes Sportlerherz auch sein mag, ist es doch zu begrüßen, dass der Zwiespalt von Trainingsanforderungen und einem gesamtgesellschaftlich solidarischen Verhalten durch die Entscheidung aufgelöst wird."

Thomas Röhler (Speerwurf-Olympiasieger): "An dieser Entscheidung haben viele aktiv und am Ende erfolgreich mitgewirkt. Es hat sich gezeigt: Wenn alle an einen Strang ziehen, Athleten und nationale Verbände, dann ist man nicht machtlos."

Harting: "... das würde das IOC zum Straftäter machen"

Julius Thole/Clemens Wickler (Beachvolleyball-Vizeweltmeister: "So enttäuschend und hart das auch für jeden Athleten ist, es ist eine alternativlose Entscheidung und genau richtig. Gesundheit geht immer vor. Nun haben alle Athleten Gewissheit und können sich zielgerichtet auf die Spiele 2021 in Tokio vorbereiten."

Robert Harting (Diskus-Olympiasieger): "Alles andere als sich der Weltgesundheit zu stellen und den Austragungszeitraum respektvoll anzupassen, würde das IOC zum Straftäter machen. Denn die Vereinten Nationen haben Gesundheit zu einem Menschenrecht erklärt. Dass ein Virus zur Olympia-Verschiebung führt, ist Wahnsinn. Es wird auch extreme Verschiebungen in der Wirtschaft geben, auch für die Athleten. Das wird auch zu Verschiebungen der Leistungsfähigkeit führen."

Bob Hanning (Vizepräsident Deutscher Handballbund): "Es ist die einzig richtige und nachvollziehbare Entscheidung. Wenn es dann 2021 zur Austragung kommt, können wir wieder tolle und großartige Spiele erleben. Jetzt haben wir auch wieder ein Ziel, auf das sich alle Teilnehmer fokussieren und vorbereiten können. Das ist eine gute Nachricht für den Sport und eine gute Nachricht für die Welt."

Krause: "Die endgültige Entscheidung ist dennoch schockierend"

Gesa Krause (Hindernis-Europameisterin): "Während unsere Welt in einer Krise steckt ist die Verlegung von Olympia die einzig richtige Entscheidung. Die Gesundheit eines jeden einzelnen und der Schutz unserer Gesellschaft sollte immer im Vordergrund stehen. Auch wenn man es vorhersehen konnte, so ist die endgültige Entscheidung dennoch schockierend. Mein Leben war auf dieses Event ausgerichtet und die Veränderung zu verarbeiten benötigt sicher etwas Zeit. Meine Ziele haben sich nicht geändert. Sie sind nur um ein Jahr verschoben. Die Arbeit geht also weiter."

Rudolf Scharping (Präsident Bund Deutscher Radfahrer): "Der BDR hält die Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 für richtig. Die Gesundheit der Sportlerinnen und Sportler muss Priorität haben. Außerdem war unter den gegebenen Umständen keine Chancengleichheit bei Wettkampfvorbereitung und Qualifikation möglich. Die Entscheidung ist für alle, die sich gezielt darauf vorbereitet haben, zunächst bitter, aber angesichts der Risiken nachvollziehbar. Es gab keine Alternative."

Dennis Peiler (Geschäftsführer des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei): "Diese Entscheidung ist zu einhundert Prozent im Sinne der Athleten und der Chancengleichheit gefallen. Auch unser Präsidium hat sich heute dementsprechend positioniert. Wir haben auch eine gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Die Spiele in Tokio wären zu einer Spielwiese für das Virus geworden, und deshalb war es vollkommen richtig, jetzt die Reißleine zu ziehen."

Isabell Werth (sechsmalige Dressur-Olympiasiegerin): "Das ist das, was wir alle gefordert und erwartet haben. Jetzt wollen wir erstmal die nächsten Wochen hoffentlich gesund und munter überstehen und dann geht es letztlich weiter in die Planung. Wir wollen auch erstmal sehen, dass wir ins normale Leben und ins normale Wettkampfgeschehen zurückkehren können. Und von da aus sehen wir wieder weiter, wie was kommt, wie was geht und wann wir uns vorbereiten müssen."

Hasebe: "Japan und Tokio werden ein toller Gastgeber sein"

Martin Engelhardt (Präsident Deutsche Triathlon Union): "In Anbetracht der jetzigen Situation ist es eine vernünftige Entscheidung des IOC. Das gibt den Athleten, den Trainern und Verbänden Planungssicherheit und nimmt ihnen den Druck, trotz erheblich erschwerter Bedingungen die Vorbereitungen auf Tokio voranzutreiben."

Manfred Werner (Präsident des Deutschen Ringer-Bundes): "Das war ein richtiger Schritt. Niemand kann sagen, was im Juli ist. Zudem konnten sich viele Athletinnen und Athleten nicht richtig vorbereiten. Mit Blick auf die Regularien hoffe ich, dass es bei den qualifizierten Athletinnen und Athleten bleibt. Alles andere wäre nicht in Ordnung."

Andreas Michelmann (Präsident Deutscher Handballbund): "Mit der nun beschlossenen Verschiebung der Olympischen Spiele auf 2021 haben alle Beteiligten Klarheit gewonnen. Angesichts der dramatischen Lage in vielen Ländern ist dies ein guter Entschluss und eine respektvolle Lösung im Umgang mit der Gesundheit von Teilnehmern und Zuschauern."

Makoto Hasebe (japanischer Mittelfeldspieler von Eintracht Frankfurt): "Es ist die richtige Entscheidung, Olympia im nächsten Jahr stattfinden zu lassen. Japan und Tokio werden ein toller Gastgeber sein, und wir alle hoffen, dass wir dieses Ereignis 2021 ohne die aktuellen Sorgen genießen können."

Ingo Weiss (Präsident Deutscher Basketball Bund): "Das IOC hat gemeinsam mit dem japanischen Organisationskomitee alles richtig gemacht. Es geht hier um den Schutz der Athleten, Betreuer, Fans und Trainer. Von daher ist eine Verschiebung genau richtig. Man hat die Spiele nicht abgesagt, sondern wird sie innerhalb eines Jahres nachholen. So eine Entscheidung bedarf etwas mehr Geduld und deswegen ist es verständlich, dass sie nicht vor 14 Tagen oder drei Wochen gefallen ist. Bedingt durch Corona entscheidet sich alles recht flott. Es ist total nachvollziehbar."

kon/sid/dpa

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