Handball

Schwenker "Glaube nicht, dass in dieser Saison noch gespielt wird"

Schwenker kündigt Härtefälle an

Handball-Ligapräsident: "Glaube nicht, dass in dieser Saison noch gespielt wird"

Uwe Schwenker

Glaubt nicht, dass die HBL ihre Saison zu Ende spielen wird: Ligapräsident Uwe Schwenker. imago images

"Ich glaube nicht, dass in dieser Saison noch gespielt wird", sagte Schwenker im Interview mit den "Kieler Nachrichten" (Montag). Es gehe niemand ernsthaft davon aus, dass die Saison bis zum 30. Juni zu Ende gespielt werden könne, meinte der HBL-Boss: "Gleichwohl wollen wir noch nicht sofort abbrechen, müssen das nicht heute oder morgen entscheiden. Aber die Hoffnung ist wohl größer als der Glaube."

Eines ist klar: Es wird Härtefälle geben, wie auch immer wir entscheiden.

Uwe Schwenker über mögliche Szenarien bei einem Abbruch der Saison

Derzeit ruht der Spielbetrieb der HBL wegen der Corona-Pandemie vorerst bis zum 22. April. Wie Schenker berichtete, gebe es bereits eine Arbeitsgruppe, in der für den gesamten deutschen Handball Lösungen gefunden werden sollen. "Dabei überdenken wir auch ein, zwei mögliche Szenarien für den Ausgang der Ersten Liga", meinte Schwenker und betonte: "Eines ist klar: Es wird Härtefälle geben, wie auch immer wir entscheiden."

Auch eine mögliche - sich langsam, aber sicher abzeichnende - Verschiebung der Olympischen Spiele werde dabei eine Rolle spielen. "Olympische Spiele in diesem Sommer - das wäre doch ein Fest für das Virus", meinte Schwenker. Aber: "Würden die Spiele um ein Jahr verschoben, wäre unsere Saison erneut verkürzt. Da müsste man eine mögliche Aufstockung der Liga weiterdenken."

Erhebliche Einnahmeverluste sicher

Der wirtschaftliche Schaden für die Klubs wird auf jeden Fall beträchtlich sein. HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann bezifferte die Verluste zuletzt auf 25 Millionen Euro. Schwenker verwies darauf, dass der Anteil der Erlöse aus den Zuschauereinnahmen und von Sponsoren bei den HBL-Vereinen im Vergleich zum Fußball wesentlich höher seien. Bei einem Abbruch der Saison seien diese endgültig verloren. Die Klubs seien daher gut beraten, "eine Planung vorzunehmen, die erhebliche Einnahmeverluste berücksichtigt".

Ich denke, dass wir zwei Spielzeiten brauchen werden, um uns wieder zu stabilisieren.

Uwe Schwenker

Gehaltsverzichte der Handball-Profis, wie zum Beispiel bei den Füchsen Berlin, seien dabei ein Weg, um den Vereinen etwas Luft zu verschaffen. Das Wichtigste sei, "dass alle Klubs transparent mit den Spielern umgehen und die Spieler verständnisvoll sind. Die Spieler wissen, was auf dem Spiel steht. Aber die Bandbreite der Gehälter ist groß, da sind jetzt Augenmaß und Fingerspitzengefühl gefragt."

Hoffnung auf eine baldige Linderung der Folgen der Corona-Epidemie hat Schwenker nicht. Seine Prognose: "Ich denke, dass wir zwei Spielzeiten brauchen werden, um uns wieder zu stabilisieren."

ski

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