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BFV rechnet durch Corona-Krise mit Schaden in Millionenhöhe

BFV-Präsident Rainer Koch: "Existenz unserer Vereine steht für uns an oberster Stelle"

BFV rechnet durch Corona-Krise mit Schaden in Millionenhöhe

BFV-Präsident Rainer Koch

Sorgt sich um den BFV und seine Mitglieder: BFV-Präsident Rainer Koch imago images

In der Coronavirus-Krise versucht Rainer Koch niemanden zu vergessen. Der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) verwies in einer Online-Veranstaltung auch auf die vielen Menschen rund um den Rasen, die von den Amateurklubs abhängig sind.

"Die Existenz unserer Vereine steht für uns an oberster Stelle. Dabei geht es bei weitem nicht alleine um den Spielbetrieb, sondern es sind mehrheitlich ganz andere Dinge, die unsere Vereine am wirtschaftlichen Leben halten: Sommerfeste beispielsweise, Gaststätten-Pachten der Vereinswirte, die plötzlich ausfallen oder der Eigenbetrieb des Vereinsheims, dazu weiterlaufende Kosten ohne signifikante Einnahmen", erklärte Koch bei dem sogenannten Info-Webinar mit einem Laptop vor sich.

"Es geht aber auch um die Existenz aller einzelnen Personen in einem Verein und die, die für den Verein da sind. Trainer, Platzwarte, Putzfrauen, Schiedsrichter, um nur ein paar Beispiele zu nennen", führte er weiter aus.

Der BFV informierte am Sonntagabend seine ehrenamtlichen Mitarbeiter über die Folgen der Pandemie für den Fußball im Freistaat. Mehr als 600 - und damit etwa 80 Prozent der insgesamt rund 800 Ehrenamtlichen - nahmen das Online-Angebot des größten der 21 Landesverbände unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wahr.

Es geht auch um die Existenz aller einzelnen Personen in einem Verein und die, die für den Verein da sind.

BFV-Präsident Rainer Koch

Der BFV selber rechnet mit einem Schaden von mehreren Millionen Euro. "Der BFV steht finanziell vor einer Situation, die es in diesem Ausmaß bislang wohl so noch nicht gegeben hat. Wir können heute noch nicht abschätzen, wohin die Reise geht. Nach einer ersten Hochrechnung entsteht dem BFV ein finanzieller Schaden von mehreren Millionen Euro", erklärte Schatzmeister Jürgen Faltenbacher. Der Verband verfüge aber "über die Möglichkeit durch ausreichende Liquidität diese Krise zu meistern - es bedarf aber eines überlegten und gemeinsamen Handelns aller Beteiligten."

Wir brauchen keine Spekulationen oder Was, Wäre, Wenn-Thesen. Viele Fragen lassen sich heute noch gar nicht beantworten.

Rainer Koch

Dafür soll es auf der BFV-Homepage auch bald "einen Frage- und Antwortkatalog zu wichtigen rechtlichen und administrativen Fragen geben." Unter anderem soll es dabei um Themen wie Kurzarbeitergeld aus Vereinssicht oder Mitgliedsbeiträge gehen.

Der BFV hat den kompletten Spielbetrieb der laufenden Saison bis auf Weiteres ausgesetzt. Eine Wiederaufnahme der Spiele wird nur mit einer Vorankündigung von mindestens 14 Tagen erfolgen.

Keine Spekulationen über Re-Start

"Wir brauchen keine Spekulationen oder Was, Wäre, Wenn-Thesen. Viele Fragen lassen sich heute noch gar nicht beantworten. Denn solch eine Krise hat unser Land noch nicht erlebt, es gibt keine Erfahrungen, wie damit umzugehen ist", erklärte Koch. In den nächsten Tagen und Wochen wolle der Verband mit Vertretern aller seiner rund 4600 Vereine in persönlichen Kontakt treten.

Der BFV arbeitet nach eigener Aussage an sämtlichen Szenarien: vom Abbruch der Saison bis zu einer schnellen Fortsetzung oder einem Playoff-Modus. "Aktuell ist der Abbruch in Bayern die allerletzte Option, wenngleich uns bewusst ist, dass diese eintreten kann. Wir müssen kreativ denken und wir denken kreativ - und wir werden die Vereine mitnehmen bei unseren Entscheidungen", erläuterte Koch.

dw / dpa