Bundesliga

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Aussetzung bis mindestens 30. April

Ausschreibung der Medienrechte verschoben

DFL-Präsidium empfiehlt Bundesliga-Aussetzung bis mindestens 30. April

Präsidiumssprecher Christian Seifert

Beriet sich mit seinen acht Präsidiumskollegen: DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. imago images

Das neunköpfige DFL-Gremium um Christian Seifert sprach seinen Mitgliedern nach einer mehrstündigen Videokonferenz die Empfehlung aus, den Ligabetrieb in der Bundesliga und 2. Liga bis mindestens 30. April ruhen zu lassen. Am 31. März werden dann die Klubs der 1. und 2. Bundesliga bei ihrer nächsten außerplanmäßigen Vollversammlung eine Entscheidung darüber treffen.

Bei der virtuellen Präsidiumssitzung wurden "mögliche Szenarien und denkbare Handlungsoptionen erörtert", heißt es in einer DFL-Mitteilung. "Diese sollen im Laufe der Woche weiter strukturiert und dann der Mitgliederversammlung zur Diskussion gestellt werden."

Konzepte für Geisterspiele "mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften"

Man arbeite "derzeit unter Hochdruck an Konzepten, Spiele zu gegebenem Zeitpunkt - der Situation geschuldet - auch ohne Stadion-Zuschauer und mit einem Minimal-Einsatz von Arbeitskräften in den Bereichen Sport, allgemeine Organisation und Medien durchzuführen. Anders als im Amateur- und Breitensport oder bei sonstigen Freizeitveranstaltungen wäre dann nur Personal im Stadion, das an diesem Arbeitsplatz einer Erwerbstätigkeit nachgeht."

Mit der Empfehlung "haben wir uns eine Atempause gegeben, in der wir nicht ständig nach aktueller Nachrichtenlage reagieren müssen", erklärte Alexander Wehrle, Geschäftsführer des 1. FC Köln und neben Seifert, Peter Peters (Schalke), Jan-Christian Dreesen (FC Bayern), Oliver Leki (Freiburg), Stefan Schneekloth (Kiel), Rüdiger Fritsch (Darmstadt 98), Oke Göttlich (St. Pauli) und DFL-Direktor Ansgar Schwenken im DFL-Präsidium.

"Kurzfristig ist an reguläres Mannschaftstraining und damit an einen sportlichen Wettbewerb ohnehin nicht zu denken", so Wehrle weiter. "Das gemeinsame Ziel des deutschen Profifußballs, die Saison 2019/20 zu Ende zu spielen, bleibt bestehen. Dafür gibt es unterschiedliche Szenarien, mit denen wir uns nun mit dem nötigen Zeitrahmen und abhängig von der Entwicklung der Situation noch intensiver befassen werden."

Ausschreibung der Medienrechte auf Juni verschoben

Außerdem entschied das DFL-Präsidium, die geplante Ausschreibung der Medienrechte zu verschieben. "Anstelle des ursprünglich geplanten Termins im Mai ist eine Vergabe ab Juni dieses Jahres vorgesehen", teilt es mit. Am vergangenen Freitag hatte das Bundeskartellamt der DFL grünes Licht für das eingereichte Vermarktungskonzept gegeben. Ziel der DFL sei es, "den Fokus zunächst auf die Bewältigung der gegenwärtigen Herausforderungen zu richten".

Am 16. März hatten die 36 Profiklubs zunächst beschlossen, den Spielbetrieb bis 2. April ruhen zu lassen, wobei allen Beteiligten schon damals klar war, dass die direkte Wiederaufnahme danach mehr als unwahrscheinlich sein würde.

Allein aus dem Kontaktverbot resultiert eine weitere Zwangspause

Inzwischen haben Bund und Länder ein Kontaktverbot zum Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus beschlossen. Bundesweit sind nun Ansammlungen von mehr als zwei Personen verboten. In Bayern gelten noch strengere Ausgangsbeschränkungen. Zwangsläufig resultiert daraus eine weitere Zwangspause von 1. und 2. Liga.

Spielraum, die Aussetzung auszudehnen, hat den DFL-Klubs die Verschiebung der EM durch die UEFA gegeben. Unter welchen Voraussetzungen ein Wiederbeginn stattfinden könnte, ist allerdings offen. Viele Experten halten eine Austragung von Fußballpartien in welcher Form auch immer (Stichwort: "Geisterspiele") in den kommenden Monaten überhaupt nicht mehr für realistisch.

cfl/jpe

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