Bundesliga

1. FC Köln: Schwierige Lage im Poker um Jhon Cordoba

Auch der Vertrag macht ihn zum interessanten Transferobjekt

Kölns schwierige Lage im Cordoba-Poker

Jhon Cordoba

Steht für die Wiederauferstehung des 1. FC Köln in der Bundesliga: Jhon Cordoba. imago images

Im Abstiegsjahr stand Jhon Cordoba noch für die verfehlte Transferpolitik des FC. Kein einziger Treffer gelang dem Kölner Rekordeinkauf in jener Bundesligasaison 2017/18. Jetzt erzielte der 26-Jährige, für den der Klub im Sommer 2017 eine Ablöse von 17 Millionen Euro an Mainz 05 zahlte, bei seinen jüngsten 13 Spielen zehn Tore. In diesem Zeitraum waren nur Timo Werner (zwölf Treffer) sowie Robert Lewandowski und Jadon Sancho (beide elf) noch etwas erfolgreicher.

Seit dem 12. Spieltag leitet Trainer Markus Gisdol die Geschicke beim FC, unter ihm ist der bullige Angreifer zum klaren Stürmer Nummer eins aufgestiegen und besitzt nicht nur als Torschütze, sondern auch als ballsichere Anspielstation sowie durch seine extreme Schnelligkeit als Umschaltspieler eine hohe Bedeutung für das Kölner Spiel.

Seinen Bundesliga-Bestwert hat Cordoba bereits verdoppelt

Cordoba, der für die Wiederauferstehung des FC in der Liga steht, erlebte vor der Spielpause den Lauf seines Lebens: Waren ihm zuvor in Deutschland nie mehr als fünf Saisontreffer in der Meisterschaft gelungen, so hat der Kolumbianer jetzt nach 25 Partien seinen Bestwert bereits verdoppelt. Damit setzte er seine Erfolgsserie aus der Aufstiegssaison, als er in der 2. Liga 20-mal traf, fast nahtlos fort. 30 Treffer sind seit dem Abstieg in 52 Erst-und Zweitligaspielen für Cordoba notiert - und das in nur in gut eineinhalb Spielzeiten.

Nicht nur diese Zahlen und seine sportlichen Qualitäten haben den Sturmtank zu einem interessanten Transferobjekt gemacht, sondern auch seine Vertragsdauer. Sein Kontrakt endet im Juni 2021. Um nicht leer auszugehen, muss der FC mit Cordoba verlängern oder ihn in der nächsten Transferperiode verkaufen.

Köln will mehr verlängern denn je - doch das könnte teuer werden

Für den FC ist die Ausgangslage im Poker um Cordoba nicht gerade ideal. Das Heft des Handelns hat man nicht wirklich in der Hand. Es wird zwar sportlich zahlreiche Interessenten für Cordoba geben, doch die Summe, die man auf dem Transfermarkt erlösen könnte, würde sich voraussichtlich deutlich niedriger darstellen als vor der Pandemie. Umso größer, als es ohnehin schon war, ist also das Kölner Bestreben, mit dem Rechtsfuß zu verlängern.

Eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit Cordoba, der in dieser Bundesligasaison auf einen kicker-Notenschnitt von 3,03 kommt, dürfte demnach eine kostspielige Angelegenheit für den 1. FC Köln werden, ganz egal auf welchem Level sich Preise und Gehälter einpendeln - falls das Vorhaben denn überhaupt gelingt.

Stephan von Nocks

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