2. Bundesliga

Arminia Bielefeld: Trainer Uwe Neuhaus über die Coronakrise

Bielefelds Trainer über die Coronakrise

Neuhaus' deutliche Worte: "Das ist für mich fast schon kriminell"

Uwe Neuhaus

Hat eine klare Botschaft in Zeiten der Coronakrise: Arminia-Trainer Uwe Neuhaus. imago images

Auch der Spitzenreiter der 2. Liga muss dem Trainingsplatz zurzeit fernbleiben. Schon nach dem kurzfristig abgesagten Freitagsspiel gegen den VfL Osnabrück vor neun Tagen hatten Uwe Neuhaus und sein Trainerteam der Mannschaft individuelle Trainingspläne mitgegeben, wie der 60-Jährige im Interview auf der Arminia-Webseite kundtut. "Sportlich wird es weiterhin individuelle Programme geben, solange wir nicht gemeinsam auf dem Platz stehen können."

Er selbst schenkt große Teile der Isolationszeit seinen Hunden. "Das tut uns gut. Wenn meine Frau und ich mit ihnen unterwegs sind, achten wir dabei selbstverständlich auf genug Abstand gegenüber unseren Mitmenschen."

In Zeiten der Coronakrise steht auch für Neuhaus die Gesundheit an vorderster Stelle. "Wir erleben auf der ganzen Welt eine Situation, die mit nichts vorher zu vergleichen ist", so Bielefelds Erfolgscoach. "Ein globales Problem, das nicht nur schwierig zu lösen ist, sondern bei dem man gar nicht weiß, was die richtigen Antworten sind."

Diese Menschen entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen für uns, damit das alles hoffentlich ein gutes Ende nimmt.

Neuhaus über die Entscheidungsträger der Coronakrise

Neuhaus fühlt eine große Anteilnahme den Menschen gegenüber, die "in diesen Tagen und Wochen um ihre Angehörigen bangen müssen", sagt aber auch: "Auf einiges bin ich richtig wütend." Gemeint sind jene Menschen, die die dringenden Empfehlungen des Gesundheitsamtes und der Kanzlerin Angela Merkel ignorieren "und sich somit unverantwortlich gegenüber allen anderen Menschen, besonders den Risikogruppen, verhalten". Das, sagt Neuhaus deutlich, "ist für mich fast schon kriminell".

Wichtig sei im Moment nur, "dass wir zu den Menschen Vertrauen entwickeln, die in dieser Situation Entscheidungen treffen müssen. Und zwar in Phasen, in denen sich die Bedingungen stündlich, täglich oder wöchentlich ändern können. Diese Menschen entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen für uns, damit das alles hoffentlich ein gutes Ende nimmt."

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mkr