Bundesliga

Gladbach-Sportdirektor Eberl: "Keine Angst, dass unsere Mannschaft auseinanderbricht"

Gladbach-Sportdirektor über Transfers, Verträge und Geisterspiele

Eberl: "Keine Angst, dass unsere Mannschaft auseinanderbricht"

Max Eberl

Die Kaderplanung ist hintenangestellt: Max Eberl. imago images

Wie der Fußball aussehen wird, wenn die Corona-Krise vorüber ist, weiß auch Max Eberl noch nicht. Um den Fortbestand von Borussia Mönchengladbach muss sich aber ihm zufolge niemand Sorgen machen.

"Natürlich hoffen wir, dass die Bundesliga weitergespielt wird, um wieder unser Kerngeschäft, Fußball zu spielen, verfolgen zu können. Darum möchte ich jetzt nicht darüber sprechen, ob wir Spieler vielleicht verkaufen müssen oder nicht", sagt Borussias Sportdirektor im Interview mit der "Rheinischen Post". Aber selbst wenn "alle Szenarien der negativen Art eintreten sollten, kann ich sagen: Borussia bleibt handlungsfähig."

"Es geht jetzt erst einmal um das Überleben des deutschen Fußballs"

Niemand müsse Angst haben, "dass unsere Mannschaft auseinanderbricht. Wir arbeiten daran, dass es nicht so kommt", so Eberl. Die Mannschaft, die inklusive Trainerstab und U 23 geschlossen auf Gehalt verzichtet, sei nicht nur charakterlich "außergewöhnlich", sondern auch "von der sportlichen Werthaltigkeit her".

Doch genau wie die Kaderplanung ist die Tatsache, dass auch bei der Borussia Verträge auslaufen, "leider erstmal ein nachgelagertes Thema", sagt Eberl. "Es geht jetzt erst einmal um das Überleben des deutschen Fußballs. Da sind solche Themen, leider für die Jungs, die es betrifft, hinten angestellt. Aber auch das habe ich aus den Gesprächen mit der Mannschaft mitgenommen: Die Spieler wissen das und wissen auch, dass es nicht aus der Welt ist."

"Wir werden alles dafür tun, dass wir niemanden entlassen müssen"

Der Sportdirektor weiter: "Wenn diese finanziellen Stromschnellen umschifft sind, wieder gespielt werden kann und eine Entspannung da wäre, dann werden wir uns auch mit der Kaderplanung intensiv beschäftigen. Wir wollen das natürlich tun, aber wie gesagt: Momentan sind andere Themen im Klub da: Menschen, die in Kurzarbeit sind, Menschen, die Sorgen haben. Wir werden alles dafür tun, dass wir niemanden entlassen müssen."

Wie alle anderen Profiklubs in Deutschland hoffen auch die Fohlen, dass auf absehbare Zeit wenigstens wieder Geisterspiele stattfinden können. Eberl glaubt sogar, dass die Fans diese inzwischen akzeptieren würden. "Denn es ist allen bewusst geworden, wie kompliziert die Situation ist. Wir hoffen ja, dass wir diese Spiele ohne Zuschauer machen können, um die Saison halbwegs vernünftig zu Ende zu bringen und den wirtschaftlichen Schaden für die Klubs und für alle anderen Branchen, die wirtschaftlich und gesellschaftlich am Fußball hängen, einigermaßen zu begrenzen."

Und: "Der Fußball ist ein verbindendes Element in unserer Gesellschaft, die Menschen werden sich auch freuen, wenn im Fernsehen Spiele übertragen werden. Die Spiele ohne Zuschauer sind im Moment der einzige Weg, dass es so kommt, und daher eine Notwendigkeit."

Im Ticker: Coronavirus und der Sport

jpe

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