Int. Fußball

Luka Jovic droht Strafanzeige wegen Quarantäne-Verstoß

Serbiens Regierungschefin bezeichnet Stürmer als "Negativbeispiel"

Quarantäne-Verstoß: Jovic droht Strafanzeige

Luka Jovic

Hat offenbar gegen die Quarantäne-Auflagen in Serbien verstoßen: Luka Jovic. imago images

Wie Serbiens staatliche Nachrichtenagentur Tanjug am Donnerstag berichtet, soll die Staatsanwaltschaft in Jovics Heimatland Ermittlungen gegen den 22-Jährigen aufgenommen haben. "Welcher Arbeit jemand nachgeht, macht für die Staatsanwaltschaft keinen Unterschied", zitierte die Agentur eine Behördensprecherin.

Jovics Klub Real Madrid hatte die gesamte Fußballmannschaft vergangene Woche in Quarantäne geschickt, weil ein Basketballspieler des Vereins positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Nach Angaben seines Vaters sei Jovic selbst negativ getestet worden und daraufhin mit Real-Erlaubnis nach Belgrad gereist. Die staatlichen Anordnungen Serbiens schrieben ihm dort zwei Wochen Quarantäne vor.

Spielersteckbrief Jovic

Jovic Luka

Trainersteckbrief Zidane

Zidane Zinedine

Eintracht Frankfurt - Vereinsdaten

Gründungsdatum

08.03.1899

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Weiß

Real Madrid - Vereinsdaten

Gründungsdatum

06.03.1902

Vereinsfarben

Weiß-Blau

Das Boulevard wettert: "Willst du uns alle töten?"

Daran hat sich Jovic den Angaben zufolge nicht gehalten. Er habe seine Wohnung mindestens einmal verlassen und dies mit einem Gang zur Apotheke begründet. Serbische Boulevardblätter warfen Jovic zudem vor, in Belgrad feiern gegangen zu sein. "Hey, Junge! Willst Du uns alle töten?", fragte etwa die Tageszeitung "Kurir". Diese Vorwürfe wurden von offizieller Seite bislang allerdings nicht bestätigt.

Indirekte Kritik gab es auch von Premierministerin Ana Brnabic. Die Regierungschefin nannte Jovic zwar nicht namentlich, sprach aber von einem Fußballspieler als "Negativbeispiel" in der Krise. Brnabic hatte alle Serben im Ausland aufgerufen, möglichst nicht nach Hause zurückzukehren, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden. Dennoch sind offiziellen Angaben zufolge mehr als 45 000 Menschen zurückgekehrt. Weil viele Serben freiwillige Maßnahmen nicht befolgt hätten, hatten die Behörden am Mittwoch eine allgemeine Ausgangssperre zwischen 20.00 Uhr und 5.00 verhängt.

Im Ticker: Coronavirus und der Sport

mib/dpa