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DFB-Präsident Keller sichert "strukturelle und finanzielle Unterstützung" zu

Löw und Bierhoff deuten Gehaltsverzicht an

DFB-Präsident Keller sichert "strukturelle und finanzielle Unterstützung" zu

Ums Mutmachen bemüht: DFB-Präsident Fritz Keller.

Ums Mutmachen bemüht: DFB-Präsident Fritz Keller. imago images

"Was gestern richtig und wichtig erschien, ist heute nichtig und klein", erklärte Keller und spielte dabei auf den Song "Über den Wolken" von Reinhard Mey an. "Manchmal muss man den Blick über die Wolken setzen und die Perspektive ändern."

Doch wie sieht die Perspektive aus im deutschen Fußball? Nicht allzu rosig, das ist seit den Worten von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert am Montag klar. Keller erklärte, man müsse "nach vorne und in Szenarien denken: Wie kann man den Spielbetrieb aufnehmen? Wann können wir zur Normalität zurückkehren? Wichtig ist, die Struktur von 25.000 Vereinen und sieben Millionen Mitgliedern zu erhalten, es geht dabei um 250.000 Vollzeitkräfte." Der DFB will dafür in die Tasche greifen. "Wir haben heute in einer Präsidiumssitzung beschlossen, die Regional- und Landesverbände strukturell und finanziell zu unterstützen", sagte Keller.

Bierhoff und Löw sprachen mit Keller über Gehaltsverzicht

Zahlen nannte der DFB-Präsident zwar nicht, sagte aber: "Wir haben gut daran getan, Rücklagen zu bauen. Wir wissen natürlich nicht, wie unsere Einnahmen in Zukunft gestaltet werden, aber wir können auf jeden Fall auf ein kleines, aber gutes Polster zurückgreifen, das wir ja jetzt auch an die Regional- und Landesverbände abgeben." DFB-Manager Oliver Bierhoff ergänzte: "Wir haben das Projekt Zukunft ausgerufen - das wird man jetzt auch noch mal überarbeiten müssen. Das ist die Aufgabe jedes Mitglieds im DFB, dass er auf seine Budgets schaut und bewertet, was wirklich notwendig ist. Wir werden sicher den Gürtel enger schnallen müssen." Vereine mit Problemen, insbesondere "Insolvenzproblemen", sollten die Möglichkeit haben, wieder Fuß zu fassen. Rückmeldungen kleiner Vereine seien derzeit "dramatisch".

Auch in der DFB-Zentrale muss man kürzer treten. Keller erklärte, man müsse für die 500 Angestellten "in der Not auch Kurzarbeit einführen", man sei zudem zu Homeoffice übergegangen. Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw seien bezüglich eines Gehaltsverzichts "bereits freiwillig auf uns zugekommen und haben das schon angedeutet", sagte Keller.

Auch Pressesprecher Jens Grittner sprach über die Finanzen: "Der DFB prüft Hilfsprogramme für die Regional- und Landesverbände, für die 3. Liga und die Frauen-Bundesliga. Klar muss aber sein, dass der DFB keine Verluste von Klubs ausgleichen kann und das auch nicht darf. Im Kern geht es darum, im Notfall gezielt Überbrückungshilfen anzubieten." Diese Fragen seien noch nicht abschließend geklärt. "Daran wird im Hintergrund sehr gewissenhaft gearbeitet."

Keller sieht "besorgte und entsetzte Gesichter"

Keller äußerte sich auch über die UEFA-Videokonferenz vom Dienstag. Er habe "in sehr besorgte und entsetzte Gesichter meiner Kollegen aus Spanien und Italien geblickt". Die EM-Verschiebung sei "schmerzhaft, aber richtig" gewesen. "Wir müssen jetzt alle solidarisch sein, müssen uns an Regeln halten. Das kennen wir vom Fußball." 80.000 Spiele seien innerhalb kürzester Zeit abgesagt worden. "Wir haben dadurch einen großen Beitrag geleistet", erklärte Keller.

Länderspiele gegen Italien und Spanien vor leeren Rängen?

Dass die Länderspiele gegen Spanien und Italien vor leeren Rängen nachgeholt werden könnten, schloss er nicht aus. Sollten die Partien im Juni nachgeholt werden, würde der DFB auch Geisterspiele akzeptieren, wenn es zum fraglichen Zeitpunkt immer noch entsprechende Vorgaben der Behörden gäbe. "Natürlich ist es mit Zuschauern am schönsten", sagte Keller am Mittwoch. Wichtiger wäre es aus Sicht des DFB-Präsidenten aber, dass es überhaupt wieder einen Anfang für den Fußball gibt und die Fans zumindest am Fernseher wieder Spiele schauen können.

Die DFB-Pressekonferenz im LIVE!-Ticker

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