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Löws große Worte zur Corona-Krise: "Die Erde wehrt sich gegen die Menschen"

Eindringliches Statement des Bundestrainers

Löws große Worte: "Die Erde wehrt sich gegen die Menschen"

Joachim Löw

Sprach am Mittwoch über die Corona-Krise und ihre Folgen: Bundestrainer Joachim Löw. picture alliance

"Die letzten Tage haben mich schon sehr nachdenklich gestimmt", sagte Joachim Löw am Mittwoch bei einer kurzfristig anberaumten DFB-Pressekonferenz und das war ihm anzumerken. Der Bundestrainer gab mitten in der Corona-Krise ein bemerkenswertes Statement ab.

"Nichts ist mehr, wie es vorher war", sagte Löw. "Die Welt hat ein kollektives Burnout erlebt. Die Erde scheint sich ein bisschen stemmen und zu wehren gegen die Menschen und gegen ihr Tun. Der Mensch denkt immer, dass er alles weiß und alles kann. Das Tempo, das wir in den letzten Jahren vorgegeben haben, war nicht mehr zu toppen. Macht, Gier, Profit, Rekorde standen im Vordergrund. Umweltkatastrophen in Australien oder sonst wo haben uns nur am Rande bewegt. Krankheiten wie Ebola sind irgendwo steckengeblieben."

Aber "jetzt haben wir was erlebt, was die ganze Menschheit betrifft", so Löw weiter. "Jetzt stellen wir auch fest, dass wir auf wichtige Dinge schauen müssen, wir stellen fest, was zählt: Familie, Freunde, Mitmenschen, der Umgang miteinander, der Respekt untereinander. Dass das Dinge sind, auf die wir in erster Linie schauen müssen."

Das spürt man in diesen Tagen: dass die Menschen wieder ganz achtsam und aufmerksam miteinander umgehen.

Joachim Löw

Nun müsse jeder Einzelne "Abstriche machen" und "beweisen, dass wir uns auch wandeln können, dass wir auch anders können" - und die ersten Anzeichen sind für Löw vielversprechend. "Das spürt man in diesen Tagen: dass die Menschen wieder ganz achtsam und aufmerksam miteinander umgehen. Man fragt, wie es jemandem geht, und meint das auch so. Man spürt, dass mehr kommuniziert wird. Das finde ich sehr, sehr erfreulich." Und auch in der Politik bewege sich gerade sich "sehr viel in die richtige Richtung", findet Löw: "Populismus ist nicht mehr gefragt."

Und der Fußball? In der gegenwärtigen Krise die EM zu verschieben ist für den Bundestrainer "vollkommen richtig", es gehe darum, "alles entschleunigen". "Die Sicherheit und Gesundheit der Menschen haben oberste Priorität. Alles andere muss völlig zu Recht zurückgesetzt werden."

Im Ticker: Coronavirus und der Sport

jpe