Auto

SUVs bieten den besseren Fußgängerschutz

Crashtestversuche liefern ein eindeutiges Ergebnis

SUVs bieten den besseren Fußgängerschutz

Lexus UX Crashtest

Lexus UX: Im Crash sehr gut getestet. Euro N-CAP

War das eine öffentliche Erregung im letzten Jahr: Nach einem schweren Unfall in Berlin gerieten SUV-Modelle in die Kritik, als "fußgängermordend" hat man sie gebrandmarkt.

Die Fakten freilich sagen etwas ganz anderes. Der ADAC, der dazu statistisch geforscht hat, stellt fest, dass kein Zusammenhang zwischen Bauform und ausgewerteten Daten besteht - und auch das Fahrzeuggewicht in diesem Unfall-Szenario kaum eine Rolle spielt.

Freispruch vom Euro-NCAP-Crashtest

Bestätigt hatten das auch schon andere Unfallforscher und Statistiker. Der eigentliche "Freispruch" aber kommt aus anderer, quasi offizieller Quelle: Vom Euro-NCAP-Crashtest, der wichtigsten Sicherheits-Untersuchung die es für Fahrzeuge in Europa gibt. In einem eigenen, extra ausgewiesenen Prüfkapitel "Fußgängerschutz" schneiden SUVs mit wenigen Ausnahmen (meist italo-amerikanischer Art) meist besser ab als Modelle normaler Bauart.

Beispiel in der Kleinwagenklasse: Das vom VW Polo abgeleitete Mini-SUV VW T-Cross bringt es beim Fußgängerschutz auf 81 Prozentpunkte, der Polo selbst nur auf 76. Der bauähnliche Skoda Kamiq erreicht 80 Prozentpunkte.

Wagenform und Aufprallwinkel relevant

Vergleicht man Kleinstwagen wie den Fiat 500 oder den VW up mit einem immens größeren und vor allem viel schwereren Fahrzeug, so ergibt sich Erstaunliches: 53 bzw. 46 Prozent für die Minis, aber 80 für den Pick-up der Mercedes-X-Reihe. Das heißt, dass Fußgänger bei einem Crash oft schlechtere Karten haben, wenn sie auf einen der genannten (oder einen anderen) Kleinwagen treffen - was vor allem mit Wagenform und Aufprallwinkel zu tun hat.

Es gibt freilich auch gut geprüfte Kompaktwagen bzw. Limousinen, in der Summe aber setzen sich häufig die größeren und scheinbar gefährlicheren Modelle durch. Beispiel: Beim Ford Mondeo wurde der Fußgängerschutz mit 70 Prozent bewertet, beim SUV Ford Kuga mit 82. Bei der Gesamt-Crashsicherheit, mit Insassenschutz, reihen sich SUV-Modelle in der Regel ohnedies ganz weit vorne ein.

Maximales Sicherheitsniveau

Da ist ganz besonders der Mazda CX-30 zu erwähnen, dazu der Alfa Romeo Stelvio. Beide schaffen hohe 90er-Werte, liegen fast beim maximal erreichbaren Sicherheitsniveau. Auch Volvos XC-40, das Tesla Model X, der Mitsubishi Eclipse, der Seat Tarraco und der Subaru Forester sind hier beispielhaft zu erwähnen. Sehr viel sicherer als in diesen SUV-Modellen lässt es sich nicht sitzen.

Gerhard Windpassinger