Bundesliga

Helge Leonhardt contra Hans-Joachim Watzke: "Ich wurde anders erzogen"

BVB-Boss hat finanzielle Hilfe für kleine Klubs infrage gestellt

Leonhardt contra Watzke: "Ich wurde anders erzogen"

Helge Leonhardt

Verlangt solidarisches Vorgehen in der aktuellen Krise: Aues Präsident Helge Leonhardt. imago images

Watzke hatte deutlich gemacht, finanziellen Hilfen von großen für kleine Klubs in der gegenwärtigen Krise durch die Ausbreitung des Coronavirus ablehnend gegenüberzustehen. "Ich denke da völlig anders, weil ich anders erzogen wurde und schon in den letzten 20 Jahren drei große Krisen erlebt und soziale Verantwortung für viele Menschen habe", sagte Leonhardt in einem Interview mit der "Leipziger Volkszeitung". "Und da ging es nicht um Fußballer, die Multimillionäre sind."

Es darf keine einschneidenden Verlierer geben, es darf keiner abgehängt werden.

Helge Leonhardt

Der 61-jährige Unternehmer bezog sich damit auf Watzkes in der "Sportschau" getätigte Aussagen, dass die Profivereine Wirtschaftsunternehmen und Konkurrenten seien. "Am Ende können nicht die Klubs, die ein bisschen Polster angesetzt haben in den vergangenen Jahren, dann im Prinzip die Klubs, die das wiederum nicht gemacht haben, dafür auch noch belohnen", betonte der BVB-Geschäftsführer. Kritisiert wurde er dafür auch schon von Fortuna Düsseldorfs Vorstandschef Thomas Röttgermann: "Ich halte das für absolut unsolidarisch."

Leonhardt geht von Absage der EM aus

Leonhardt geht derweil auch von einer Absage der für Juni/Juli geplanten Europameisterschaft aus. "Die EM kann nicht gespielt werden, so viel steht fest. Das würde den Ligen die Chance geben, die Saison zu beenden - im Oktober oder wann auch immer", sagte er - und richtete einen Appell an alle Beteiligten: "Es darf keine einschneidenden Verlierer geben, es darf keiner abgehängt werden. Weder in der Gesellschaft noch beim Sport."

Unter den Artikel: Im Ticker: Coronavirus und der Sport

pau