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Ronaldinho wird 40: "Er brachte Leute dazu, Fußball zu lieben"

Über die Magie des Ungewissen

Ronaldinho wird 40: "Er brachte Leute dazu, Fußball zu lieben"

Ronaldinho

Ein breites Lächeln und der "Surfergruß": Beim FC Barcelona war Ronaldinho der beste Spieler der Welt. Getty Images

Laut seiner jüngsten Schlagzeile aus Paraguay sei Ronaldinho - wie zumindest vielerorts zu lesen war - etwas passiert, was ihm in seiner Fußballkarriere nie unterlaufen war: ein falscher Pass.

Eine womöglich im Scherz getroffene Behauptung, die das Wesen des Fußballers Ronaldinho ohnehin verfehlt. Ronaldo de Assis Moreira, am 21. März 1980 in Porto Alegre geboren, spielte etliche "falsche" Pässe. Zumindest etliche Pässe, die nicht ankamen - und für Außenstehende oder selbst seine Mitspieler vielleicht keinen Sinn ergaben. Für Ronaldinho schon.

Die Galionsfigur einer Ära

"Der Gegner weiß nicht, was passiert. Und ich auch nicht", erklärte der Brasilianer einmal und untermauerte damit seinen Status als Galionsfigur einer Ära, in der die Ausnahmespieler sich noch etwas mehr auf ihre Instinkte verließen. Während sie mittlerweile - im Hinblick auf Effizienz und Erfolg natürlich zu Recht - immer wieder ihre drei, vier erfolgversprechendsten Bewegungen und Spielzüge abzuspulen scheinen.

Das Steckenpferd des außergewöhnlichen Ballkünstlers Ronaldinho war seine Spontanität. Tricks, Schüsse und Pässe, die die Welt noch nicht gesehen hatte. Und er selbst oft auch nicht. Wenn ihm einmal eine Aktion misslang, lächelte er das Scheitern einfach weg. In seinen Augen war Fußball die pure Freude.

Wodurch sich Ronaldinho von Cristiano Ronaldo und Messi abhebt

Längst hat ein Zeitalter der beinahe gänzlichen Entschlüsselung und Omnipräsenz des Fußballs begonnen - angetrieben vom großen, weiten Internet, zu dessen entlegeneren Phänomenen auch sogenannte "Memes" zählen. Manche dieser bebilderten, humoristischen Texte beschwören etwa: "Cristiano Ronaldo brachte Leute dazu, Real Madrid zu lieben. Lionel Messi brachte Leute dazu, den FC Barcelona zu lieben. Ronaldinho brachte Leute dazu, Fußball zu lieben." Häufig ist an Memes etwas dran.

Weltmeister mit 22: Die Leistungsträger Ronaldinho (r.) und Rivaldo küssen den WM-Pokal. Getty Images

Ronaldinho stand wie kein Zweiter für "Joga Bonito", das schöne Spiel, das sich meistens in kein Muster pressen ließ. Deshalb musterte Pep Guardiola ihn sofort aus, als er den FC Barcelona 2008 übernahm. Doch schon als Ronaldinho Barça mit dem Gewinn der Champions League 2006 wieder ganz nach oben geführt hatte, befand sich der gerade 26-jährige Magier des Ungewissen wohl bereits auf den ersten Zweigen des absteigenden Astes.

Spontan in allen Lebenslagen

Der Weltmeister von 2002 und Weltfußballer von 2004 und 2005 trainierte zu wenig und feierte zu gerne - er ließ sich eben auch abseits des Rasens oft von seiner Spontanität leiten. Wodurch der spektakuläre Höhepunkt seines sportlichen Schaffens nur wenige Jahre andauerte. Ronaldinho bleibt trotzdem bis heute und bis auf Weiteres der populärste Spieler seiner Generation. Ganz gleich, in wie viele Fettnäpfchen er noch treten wird. Seine Fans lächeln sie einfach weg.

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