Bundesliga

DFL: Keine Partien bis 2. April - Wiederaufnahme des Spielbetriebs offen

Nächster Termin für Ende März anberaumt

DFL: Keine Partien bis 2. April - Wiederaufnahme des Spielbetriebs offen

Frühestens ab dem 3. April könnte in den obersten beiden deutschen Profiklassen wieder der Ball rollen.

Frühestens ab dem 3. April könnte in den obersten beiden deutschen Profiklassen wieder der Ball rollen. imago images

Die DFL sprach ihren Mitgliedern die Empfehlung aus, den Ligabetrieb bis 2. April ruhen zu lassen. Dies wurde von den 36 Klubs der 1. und 2. Liga am Montag angenommen. Somit fällt auch der 27. Spieltag, der zwischen dem 20. und 22. März angesetzt war, aus. Wegen der anschließenden Länderspielpause ruht der Ligabetrieb bis 2. April. Ob danach der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, soll in der Woche ab dem 30. März entschieden werden.

Zunächst hatte die DFL den 26. Spieltag der Bundesliga sowie der 2. Liga am Wochenende über die Bühne bringen wollen, erst am morgigen Dienstag sollte dann der Ligabetrieb ausgesetzt werden. Doch durch die rasanten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise wurde die DFL im Laufe des Freitags gezwungen, den Spieltag zu verlegen.

DFL beschließt "Notfall-Paragrafen"

Um in den nächsten Wochen handlungsfähig zu sein, hat sich die DFL auf einen "Notfall-Paragrafen" geeinigt. Dieser solle sicherstellen, dass die DFL beschlussfähig bleibt, auch wenn Vereins-Vertreter wegen der beschlossenen Maßnahmen im Zuge der Corona-Krise zum Beispiel nicht mehr reisen dürfen. Zudem sollen Entscheidungen schneller und einfacher getroffen werden können.

Seifert: "Zeit extremer Unsicherheit"

Wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden kann, hängt laut DFL-Boss Christian Seifert auch von der UEFA ab, die sich am Dienstag trifft, um über das weitere Vorgehen in der Champions- der Europa League sowie der EURO 2020 zu beraten und zu entscheiden. Bei der EM steht eine Verschiebung im Raum. "Dann wird deutlicher, welche Optionen wir noch hätten, um eine Saison zu Ende zu bringen", so Seifert. Genauere Angaben können zurzeit aber nicht getroffen werden. "Wir leben in einer Zeit extremer Unsicherheit", sagte er weiter.

Noch keine Staatshilfen beantragt

Ein längerfristiger Ausfall der Spiele würde laut Seifert etliche Vereine durch das Wegbrechen der Zuschauereinnahmen sowie der TV- und Sponsorengelder in Schwierigkeiten bringen. Mögliche Staatshilfen für die 36 Profiklubs kamen aber noch nicht zur Sprache. "Es geht zunächst darum, dass sich die Klubs einen Überblick verschaffen, wie es im Falle von wirtschaftlichen Extremszenarien ausschaut. Sie müssen den Überblick bekommen, wie lange sie ohne Spiele durchhalten", sagte Seifert.

Seifert: "Geisterspiele in naher Zukunft die einzige Überlebenschance"

Wegen der finanziellen Einbußen werde die DFL auch alles daran setzten, "die Saison regulär zu Ende kommen zu lassen". Seifert sprach sich in diesem Zusammenhang auch für die Durchführung von Partien unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus. Geisterspiele seien "in naher Zukunft die einzige Überlebenschance", äußerte Seifert zudem. "Deshalb bitte ich um Verständnis und Unterstützung, dass wir darüber nachdenken müssen." Wer Spiele ohne Zuschauer kategorisch ausschließe, "der muss sich keine Gedanken mehr machen, ob wir bald mit 18 oder 20 Profiklubs spielen. Denn dann wird es keine 18 Profiklubs mehr geben."

Keine Debatte über weiterführende Szenarien

Weiterführende Szenarien wie ein Komplettabbruch der Saison kamen am Montag noch nicht zur Sprache. "Es ist zu früh zu sagen, die Saison kann oder sollte nicht zu Ende gespielt werden", betonte Seifert. Allerdings machte der DFL-Geschäftsführer klar, dass in einem "Worst Case" Partikularinteressen der Klubs hintenanstehen müssten. "Es geht um die Bundesliga und die 2. Bundesliga als Ganzes. Wir können Entscheidungen nicht von Tabellenständen einzelner Vereine abhängig machen", sagte Seifert.

Ausschreibung der Medienrechte soll wie geplant durchgeführt werden

Trotz der momentanen Zwangspause durch die Folgen der Corona-Krise will die DFL am Plan zur Vergabe der Medienrechte festhalten. "Wir haben am heutigen Tage die Unterlagen der Medienrechtevergabe verschickt", sagte Seifert: "Viele Interessenten haben uns signalisiert, dass sie gerne an dem Prozess festhalten möchten." Im Mai soll die Vergabe für den neuen Zyklus, der die Spielzeiten 2021/22 bis 204/25 umfasst, erfolgen. "Es sind unsere Pläne, das weiter so durchzuführen", sagte Seifert, betonte aber auch: "Die Frage ist ehrlich gesagt nicht meine drängendste, aber wir haben sie voll auf dem Schirm."

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jer

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