Biathlon

Deutsche Biathleten blicken optimistisch voraus

Fourcade und Mäkäräinen hören auf

"Hinten raus sehr zufrieden": Biathleten blicken optimistisch voraus

Denise Herrmann

Es gab auch Grund zum Feiern: Denise Herrmann holte die kleine Kristallkugel als beste Sprinterin. imago images

Franziska Preuß verpasste ihrer Saison die Schulnote zwei und Denise Herrmann zog auch ohne Podestplatz im Saisonfinale eine positive Bilanz. "Hinten raus haben wir uns mit geballter Teamstärke präsentiert und wir können im Damenteam sehr zufrieden sein", sagte die erfolgreichste deutsche Biathletin nach dem letzten Rennen im finnischen Kontiolahti. Beim durch die Coronavirus-Pandemie verursachten vorzeitigen Weltcupende ohne Fans beeindruckten Herrmann und Preuß mit einem Doppelerfolg im Sprint, wenngleich in der abschließenden Verfolgung am Samstag durch zu viele Fehler nicht viel ging. Bei den Männern war Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer im Jagdrennen als starker Fünfter bester Deutscher./p> Während Frankreichs Superstar Martin Fourcade nach seinem 79. Weltcupsieg und dem nahezu perfekten Karriereende wie auch Finnlands Ikone Kaisa Mäkäräinen neue Herausforderungen sucht, blicken die Deutschen schon auf die kommende Saison voraus. "Wir haben natürlich ein bisschen was tun und da werden wir im Sommer hart dran arbeiten, wir haben uns schon ein paar Ziele gesteckt", sagte Herrmann, die beim erneuten Weltcup-Gesamtsieg der Italienerin Dorothea Wierer starke Dritte wurde und zudem die Sprintwertung gewann.

Kirchner: "Pause dringend notwendig"

Insgesamt stehen die deutschen Damen in der Endabrechnung mit drei Saisonsiegen durch Herrmann sowie drei weiteren Einzelpodestplätzen im Weltcup, drei WM-Silbermedaillen durch Herrmann, Vanessa Hinz und die Staffel klar besser da, als ihre vor der Saison deutlich höher eingeschätzten Kollegen um Peiffer und Co. Sie beenden die Saison mit insgesamt sechs Einzelpodiums im Weltcup, den einzigen Saisonsieg fuhr Benedikt Doll ein. "Die Pause jetzt ist dringend notwendig. Dinge, die es weiter zu verbessern gilt, haben wir auf dem Schirm", sagte Bundestrainer Mark Kirchner in der ARD.

Kirchners Schützlinge waren in dieser Saison vor allem am Schießstand nicht immer in Bestform, bei der WM blieben sie ohne Einzelmedaille. Auch das mögliche Staffel-Gold gab Doll beim letzten Schießen aus der Hand, es reichte dann noch zu Bronze. "Die Saison geht mit einem durchwachsenen Rennen zu Ende. Der achte Platz im Gesamtweltcup kann sich zeigen lassen", sagte der 29-jährige Schwarzwälder. Peiffer beendete die Saison als Gesamt-Elfter. Philipp Horn, der in Finnland schwächelte, zeigte aber im Saisonverlauf sein großes Potenzial. Zudem hoffen die Routiniers Simon Schempp und Erik Lesser in der kommenden Saison wieder auf stabile Ergebnisse.

Herrmann und Preuß machen Mut

Mut macht bei den Damen nach dem Karriereende der zweifachen Olympiasiegerin Laura Dahlmeier neben Herrmann auch Franziska Preuß, die im Gesamtweltcup Sechste wurde. Die 26-Jährige hat in jeder Saison mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen, kam aber am Ende immer besser in Fahrt. "Wenn ich alles betrachte, den nicht leichten Sommer und den Winter mit der Weihnachtskrankheit, bin ich wirklich zufrieden. Ich sehe, wenn ich gut durchkomme, bin ich vorne dabei", sagte die Bayerin. Vanessa Hinz nimmt nach einer holprigen Saison vor allem ihre WM-Rennen als Motivation mit in die Vorbereitung. Dahinter klafft eine Lücke, die es zu schließen gilt.

Die Lücke, die der siebenmalige Weltcup-Gesamtsieger Fourcade hinterlässt, haben die Franzosen längst geschlossen. Die Nachfolger Fourcades, der im Gesamtweltcup dem erneuten Sieger Johannes Thingnes Bö nur um zwei Punkte unterlag, stehen bereit: In Quentin Fillon Maillet (4.), Emilien Jaquelin (5.) und Simon Desthieux (6.) waren drei weitere aus der French Connection in den Top Ten. "Besser hätte ich meine Karriere nicht beenden können und ich hoffe, dass sie meinen Weg fortsetzen", sagte Ausnahmekönner Fourcade.

dpa

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