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Coronavirus in Bergamo: Robin Gosens findet die Situation "sehr krass"

Seit Donnerstag herrscht Quarantäne

Gosens über die Lage in Bergamo: "Es ist sehr, sehr krass"

Robin Gosens.

Robin Gosens trifft die Lage rund um das Coronavirus in Italien aktuell sehr. imago images

Das Wichtigste zuerst: Gesundheitlich geht es dem 25-Jährigen gut. Dennoch sei es bemerkenswert, dass das "extreme und heftige" Bewusstsein zur aktuellen Lage erst in den letzten Tagen entwickelt worden sei. "Vor zehn Tagen war das noch gar nicht da. Da ist man ganz normal essen gegangen. Theoretisch hätte man sich da schon anstecken können", erzählte Gosens dem "Aktuellen Sportstudio".

Einkaufen mit Schutzmasken und Handschuhen

Seit Donnerstag ist das aber nicht mehr möglich. Ab diesem Zeitpunkt haben er und seine Mitspieler die Ansage vom Verein bekommen, in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Der Begriff häusliche Quarantäne werde zwar nicht verwendet "kommt dem aber relativ nah, weil wir das Haus nur verlassen dürfen, wenn wir Einkäufe erledigen müssen. Das darf dann leider auch nur noch mit Schutzmasken und Handschuhen passieren. Ansonsten ist nur im Hause bleiben angesagt", schilderte der Abwehrspieler. Per Telefon bekomme er zudem Kontrollanrufe seitens des Vereins. "Aber das war es dann im Moment auch."

Aktuell leben wir in einer Geisterstadt.

Robin Gosens über die Situation in Bergamo

Die Situation in Bergamo generell ist drastisch. Die Stadt gilt als schwer betroffen. Auf den Einwohner runtergerechnet ist die italienische Region diejenige "mit den vielleicht meisten Infektionen. Von daher macht man sich schon einen Kopf, dass es einen eventuell treffen könnte", gab Gosens einen Einblick in seine Gefühlswelt. In der "eigentlich belebten Stadt" selbst sehe er zudem so gut wie niemanden mehr. "So drastisch es klingt: Aktuell leben wir in einer Geisterstadt. Die Menschen sind angehalten, drinnen zu bleiben. Es ist sehr, sehr krass."

Stehen im Fall der Fälle englische Wochen bevor?

Um sein Gehalt mache sich Gosens keine Sorgen. "Viel mehr um die Gesundheit der Menschen. Aber klar stellt man sich die Frage, wie es weitergeht." Aus sportlicher Sicht wisse man ja nicht mehr, als die bisherige Absage bis zum 3. April. Was aber klar ist: Ein "ziemlich heftiges Programm" steht vor der Tür. Fünf Nachholspiele plus Champions League erwarten Bergamo und Gosens. "Wenn wir den Plan einhalten wollen, haben wir bis bis Saisonende nur englische Wochen vor uns." Schließlich stehe aktuell ja auch noch die EM auf dem Plan.

Deutschland auf gutem Weg

Die Entscheidung, in Deutschland den Spielbetrieb einzustellen, hält Gosens für richtig. "Aufgrund der drastischen Entwicklungen in den letzten Tagen war es die logische Konsequenz." Generell ist er zuversichtlich, dass auch insgesamt "das schlimmste noch verhindert werden kann". Denn während die mittlerweile drastische Lage in Italien lange Zeit unterschätzt worden war, ist "Deutschland ein bisschen eher dran", sagte Gosens. Am Samstag meldete die Katastrophenschutzbehörde in Italien bereits 21 157 Infizierte. Insgesamt seien im Zuge der Pandemie inzwischen 1441 Menschen gestorben.

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mje