Biathlon

Biathlon: Martin Fourcade beendet überraschend seine Karriere

Französischer Biathlon-Star hört auf und will in die Sportpolitik

"Danke für die Reise": Fourcade beendet überraschend seine Karriere

Martin Fourcade

Oft strahlender Sieger: Martin Fourcade. picture-alliance

"Danke für die Reise. Zeit auf Wiedersehen zu sagen", ließ Fourcade am Freitagabend wissen. Erst tags zuvor hatte der 31-Jährige seine Leistungsfähigkeit beim Sprint-Finale im finnischen Kontiolahti als Zweiter unterstrichen. Durch seine Entscheidung ist klar: Wenn am Samstag um 13.45 Uhr das Startsignal für die Verfolgung gegeben wird (LIVE! bei kicker), wird es das letzte Biathlon-Rennen mit Fourcade im Teilnehmerfeld sein.

Nur ein lockeres Schaulaufen wird es wohl nicht werden, denn der ehrgeizige Skijäger kann im Finale seinem norwegischen Rivalen Johannes Thingnes Bö noch die große Kristallkugel abjagen, die der Gesamtweltcup-Sieger erhält. Der Norweger hat aktuell nach Abzug der Streichresultate die Nase mit 18 Punkten Vorsprung vorn. Sollte Fourcade noch vorbeiziehen, wäre es zum Karriereende der achte Triumph im Gesamt-Weltcup.

"Großer Champion" wird fünf Mal Olympiasieger

"Großer, großer Champion", twitterte Deutschlands Skijäger Simon Schempp, der sich Fourcade bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang im Massenstart im Fotofinish knapp geschlagen geben musste. Auch der Weltverband IBU verneigte sich mit "Merci Champion". Fourcade, der nun sportpolitisch aktiv werden will, hatte das vergangene Jahrzehnt dominiert - wie zuvor wohl nur Norwegens Legende Ole Einar Björndalen. Der Ausnahmekönner gewann als erster Skijäger der Geschichte als "Meister aller Klassen" sieben Mal in Serie die Große Kristallkugel und war der Erste, der bei sieben aufeinanderfolgenden Großereignissen in einem Einzelrennen Gold holte. Der zweimalige Familienvater hat 78 Weltcupsiege zu Buche stehen, nur Björndalen ist mit 94 im Biathlon besser. Zudem wurde Fourcade fünf Mal Olympiasieger, 13 Mal Weltmeister, holte zudem zehn Mal WM-Silber, fünf Mal WM-Bronze und zwei Mal Olympia-Silber.

"Auf anderen Wegen wachsen"

"Mein Wille, das Beste zu geben und Berge zu versetzen, ist immer noch vorhanden. Aber die Fortsetzung meines Wachsens als Mann, als Vater, muss jetzt auf anderen Wegen geschehen. Es ist Zeit, sich zu verabschieden", verabschiedete sich Fourcade, der bei überlegenen Siegen gerne einmal rückwärts über den Zielstrich gefahren war.

aho/dpa