Bundesliga

Hradecky über eine Unterbrechung: "Ich bleibe lieber gesund"

Leverkusen: Bosz schwärmt vom Ibrox und kritisiert Verantwortliche

Hradecky über eine Unterbrechung: "Ich bleibe lieber gesund"

Lukas Hradecky

Aus Glasgow berichtet Stephan von Nocks

Es war wie inszeniert. Das aufgrund der durch das Coronavirus ausgelösten Krise vorerst letzte Spiel einer deutschen Mannschaft vor großer Kulisse fand nicht irgendwo statt, sondern in einer der Kultstätten des Fußballs. Und so zeigte sich Leverkusens Trainer nach dem 3:1-Sieg seiner Mannschaft im Hinspiel des Viertelfinales der Europa League bei den Glasgow Rangers erstmal äußerst demütig.

Bosz über Ibrox: "Wie ich es mir vorgestellt habe"

"Als Erstes will ich mich dafür bedanken, dass wir in dieser Atmosphäre spielen konnten", erklärte Peter Bosz zu Beginn der Pressekonferenz nach der Partie, "es war das erste Mal, dass ich das erfahren habe. Als Glasgow das 1:2 gemacht hat, gab es fünf Minuten, wie ich es mir vorgestellt habe, wie es hier sein muss, wie Ibrox lebt. Das hat sehr viel Spaß gemacht."

Bosz war nicht der einzige aus der Leverkusener Fraktion, dem aufgrund der Stimmung im Ibrox das Herz aufgegangen war. "Alles in allem war es eine ganz reife Leistung von uns", urteilte Lukas Hradecky, um dann aber sogleich auf die lautstarke Kulisse einzugehen. "Die Atmosphäre war schon überragend. Ich würde schon gerne hier spielen. Die Zuschauer machen so einen Lärm, so eine Stimmung, das ist Wahnsinn. Ein bisschen eifersüchtig bin ich schon", sagte der Torhüter, "wir sind hierhergekommen um zu siegen. Der Lauf geht weiter."

Kein Geisterspiel für Leverkusen

Für Bayer 04 allerdings definitiv nicht, nachdem das für Montag angesetzte Spiel bei Werder Bremen abgesagt wurde, und die DFL den Spielbetrieb danach bis auf Weiteres eingestellt hat. Die Absage von Bremen verhindert, dass die Werkself ein Geisterspiel absolvieren muss - auch wenn die Absage nicht diesen Hintergrund hatte. Auf Spiele ohne Publikum würde Bosz ohnehin grundsätzlich verzichten. Auch in einer solchen Krisensituation.

Wir spielen nicht für uns, sondern für die Fans. Das ist meine Meinung.

Peter Bosz

"Die Zeiten sind verrückt. Überall auf unserer Welt werden Spiele abgesagt oder ohne Fans gespielt, was ich nicht verstehe. Wir spielen nicht für uns, sondern für die Fans. Das ist meine Meinung. Und ich weiß, dass sie nicht jeder von den Verantwortlichen in Deutschland gerne hört", bekräftigte Bosz, der am Mittwoch alternativ für Spielverlegungen plädiert hatte, seinen Standpunkt nach dem Sieg in Glasgow.

Ob eine Unterbrechung der Saison ausreichen wird, oder ob es am Ende doch zum Abbruch kommt, ist noch offen. Selbst letzteren Fall, der die Leverkusener Titelchancen in mehreren Wettbewerben nehmen würde, sähe Hradecky gelassen entgegen. "Wenn es so ist, dann ist es so. Es wäre schade, aber ich bleibe lieber gesund als zu spielen und krank zu werden."

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"Eine reife Leistung“ - die Leverkusener Stimmen zum Sieg in Glasgow

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