Europa League

VfL Wolfsburg: Ungelenk, ausgerutscht, zugeguckt

VfL steht in der Europa League vor dem Aus - wenn es überhaupt weitergeht

Wolfsburg: Ungelenk, ausgerutscht, zugeguckt

Wolfsburgs Angreifer Wout Weghorst ist beim Elfmeter ausgerutscht.

Wolfsburgs Angreifer Wout Weghorst ist beim Elfmeter ausgerutscht. imago images

Natürlich gibt Oliver Glasner nicht auf. Nach dem enttäuschenden 1:2 gegen Donezk blickte er pflichtbewusst auf das von der UEFA am Freitag erst einmal verschobene Rückspiel in der Ukraine. "Wir haben auswärts gezeigt, dass wir viele Tore schießen können. Wir werden alles versuchen, dass wir das Resultat noch zu unseren Gunsten drehen", sagt der Trainer.

Ob dieses Rückspiel überhaupt noch stattfindet, ob es in diesem Wettbewerb angesichts des sich immer stärker verbreitenden Coronavirus in dieser Saison überhaupt noch weitergeht, darüber wird die UEFA entscheiden.

Spielersteckbrief Casteels

Casteels Koen

Spielersteckbrief Brooks

Brooks John Anthony

Spielersteckbrief Weghorst

Weghorst Wout

Spielersteckbrief Paulo Otavio

Rosa da Silva Paulo Otavio

Und so bleibt dem VfL zunächst nichts anderes übrig, als sich mit dem Status quo zu beschäftigen. Das Hinspiel ging daneben, weil der VfL dreimal individuell patzte und der fußballerisch starke Gegner dies eiskalt auszunutzen wusste. Ungelenk, ausgerutscht, zugeschaut - so lässt sich der Wolfsburger Auftritt zusammenfassen.

Ungelenk: Warum John Anthony Brooks die Hereingabe von der linken Seite mit seinem linken Fuß zu klären versuchte, anstatt den Ball mit rechts oder dem Kopf aus der Gefahrenzone zu befördern, wird wohl das Geheimnis des VfL-Innenverteidigers bleiben. Brooks erwischte das Spielgerät nicht richtig und legte ihn so mustergültig für Schachtar-Angreifer Junior Moraes auf, der problemlos einköpfte - 0:1.

In den Details war Donezk besser.

Wolfsburgs Trainer Oliver Glasner

Ausgerutscht: Nachdem der starke VfL-Schlussmann Koen Casteels schon einen Handelfmeter von Viktor Kovalenko gehalten hatte, durfte auch Torjäger Wout Weghorst auf der Gegenseite ran. Der eigentlich so sichere Schütze jedoch vergab. Nach kräftigem Durchpusten und entschlossenem Anlauf war der Niederländer beim Schuss mit dem Standbein weggerutscht und hatte den Ball weit über das Tor gedroschen. "Wir haben uns schwergetan", sagt Weghorst zum Gesamtauftritt. "Ich verschieße den Elfmeter, das hat natürlich auch nicht geholfen."

Zugeschaut: Wolfsburg kam nach der Pause besser in die Partie, traf rasch durch Brooks zum Ausgleich, machte dann aber wieder einen entscheidenden Fehler. Einen Freistoß von Alan Patrick lenkte Keeper Casteels noch glänzend an die Latte. Doch während Schachtars starker Mittelfeldabräumer Marcos Antonio spekulierte und dann blitzschnell schaltete, schaute VfL-Verteidiger Paulo Otavio einfach regungslos zu, wie sein Landsmann zum Siegtreffer einköpfte. "In den Details war Donezk besser", räumt VfL-Trainer Glasner ein. "Donezk hat seine Chancen genutzt, wir nicht." Das galt vor allem in der Nachspielzeit für Daniel Ginczek, der aus aussichtsreicher Position gleich zweimal vergab.

Thomas Hiete