Wintersport

Deutscher Doppelsieg im Sprint von Kontiolahti

Herrmann gewinnt vor Preuß

Deutscher Doppelsieg im Sprint von Kontiolahti

Denise Herrmann

Hat sich die Kleine Kristallkugel für die Sprintwertung gesichert: Denise Herrmann. imago images

Denise Herrmann hat ihre tolle Spätform mit ihrem dritten Saisonsieg gekrönt und beim vorzeitigen Saisonfinale in Kontiolahti den Weltcup-Sprint gewonnen. Die 31-Jährige kompensierte am Freitag durch die Laufbestzeit eine Strafrunde und verwies Franziska Preuß auf Rang zwei. Damit sicherte sich die frühere Langläuferin erstmals in ihrer Biathlon-Karriere eine Kleine Kristallkugel - die in der Sprintwertung. "Damit habe ich gar nicht gerechnet und es ist unglaublich, dass es gereicht hat", sagte Herrmann, die auch von Platz 19 der Weltcup-Gesamtführenden Dorothea Wierer aus Italien profitierte.

Herrmann und Preuß (1 Fehler) sorgten für den ersten deutschen Damen-Doppelsieg seit mehr als einem Jahr. "Das ist der Lohn für die harte und gute Arbeit", sagte Herrmann, nachdem die Damen im Saisonverlauf angesichts durchwachsener Ergebnisse teils heftige Kritik einstecken mussten. "Das stimmt mich positiv und zeigt, dass wenn mir nichts in die Quere kommen würde, wäre ich vorne dabei", sagte die 26-jährige Preuß, die in ihrer Karriere immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

Doch sofortiges Saisonende?

Damit hätten die beiden eine tolle Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag. Ob die beiden Jagdrennen (ab 13.45 Uhr/ARD und Eurosport) und die beiden Mixed-Staffeln am Sonntag vor leeren Zuschauerrängen aber stattfinden, scheint offen. Denn auch bei den Skijägern wird diskutiert, ob man die Saison nicht doch sofort beendet.

Nachdem wegen der Coronavirus-Pandemie das ursprünglich für kommende Woche geplante Finale in Oslo ersatzlos gestrichen wurde, flogen die US-Amerikaner wegen des von Präsident Donald Trump verhängten Einreiseverbots schon vor dem Weltcup nach Hause. Zudem reist die österreichische Mannschaft bereits am Samstagfrüh ab wie auch die Slowaken. "Wir sind uns als großer Sportverband in der momentanen Ausnahmesituation unserer sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst, deshalb setzen wir die Aufforderungen und Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung auch konsequent um", sagte ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Botschaft, die wir nach außen senden, die richtige ist.

Steirer über die Rennen in Kontiolahti

"Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Botschaft, die wir nach außen senden, die richtige ist", sagte Damen-Disziplintrainer Florian Steirer in der ARD. Die IBU holt sich derzeit die Meinungen der Teams ein, ob man die Rennen weiter durchführen soll. "Was da in der Welt abgeht, da muss man schon überlegen, ob wir das durchziehen oder abbrechen", sagte die Vanessa Hinz (21.) und Preuß meinte: "Man kriegt mit, wie es zu Hause abgeht. Ich bin froh, wenn wir Montag alle heil daheim sind." Herrmann würde angesichts ihrer tollen Verfassung gerne noch weiterlaufen. "Die ganze Situation hat viel Fahrt gekriegt. Aber wir sind jetzt eh hier und ich hoffe schon, dass hier morgen noch Rennen stattfinden."

Wie gut sie in Form ist, demonstrierte sie bei ihrem siebten Karrieresieg als Schnellste in der Loipe und mit einem guten Schießen, nur ihren vorletzten Schuss verfehlte sie ganz knapp. Eine starke Leistung zeigte als Zwölfte die fehlerfrei gebliebene Karolin Horchler. Stefanie Scherer wurde bei ihrem Weltcup-Debüt 62.

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dpa