Basketball

NBA unterbricht Saison: Profi positiv auf Coronavirus getestet

Auf unbestimmte Zeit

NBA unterbricht Saison: Profi positiv auf Coronavirus getestet

Spiel kurzfristig abgesagt: Die Halle der Sacramento Kings.

Spiel kurzfristig abgesagt: Die Halle der Sacramento Kings. imago images

Die Coronavirus-Pandemie hat nun auch die NBA in die Knie gezwungen und zu einer kompletten Unterbrechung der Saison geführt. Nach der Nachricht eines positiv auf Covid-19 getesteten Profis der Utah Jazz - nach übereinstimmenden Medienberichten handelt es sich um den Franzosen Rudy Gobert - war zunächst die Partie gegen die Oklahoma City Thunder abgesagt und schließlich die ganze Spielzeit unterbrochen worden. Nach der Serie A ist die NBA die zweite ganz große Sportliga der Welt, die wegen des neuartigen Coronavirus ihren Spielbetrieb unterbricht.

Als erster NBA-Klubbesitzer äußerte sich der Boss der Dallas Mavericks, Mark Cuban. "Das ist verrückt, das kann nicht wahr sein. Das scheint aus einem Film zu sein, nicht aus der Realität", sagte er in einem Live-Interview dem US-TV-Sender ESPN. Cuban betonte, es gehe nun nicht mehr um Basketball. "Wenn das hier einfach explodiert, dann denkst du an deine Familie und möchtest sicher gehen, dass du das Richtige tust."

"Wenn du einen Schritt zurück trittst, wird dir klar, dass das Millionen Menschen auf der Welt betrifft"

Im Gegensatz zur Serie A, die wie alle Sportveranstaltungen in Italien bis zum 3. April pausiert, gilt die Entscheidung der NBA auf unbestimmte Zeit. "Die NBA wird diese Pause nutzen, um die nächsten Schritte mit Blick auf die Coronavirus-Pandemie zu bestimmen", hieß am Mittwochabend (Ortszeit).

Die Begegnung der Dallas Mavericks gegen die Denver Nuggets ist nun auf unbestimmte Zeit die letzte gespielte NBA-Partie. Das Spiel war bereits im dritten Viertel, als die Entscheidung der NBA publik wurde. Dallas gewann 113:97. "Das ist beängstigend. Wenn du ein Spiel verlierst, dann regst du dich auf", sagte Nuggets-Cheftrainer Michael Malone. "Aber wenn du einen Schritt zurück trittst, wird dir klar, dass das Millionen Menschen auf der Welt betrifft." Auch er sagte: "Das ist wie in einem Film."

Erst war Gobert auf Influenza untersucht worden

Laut NBA-Mitteilung hätte die Saison erst nach der Partie der New Orleans Pelicans gegen die Sacramento Kings unterbrochen werden sollen. Weil aber ein Mitglied des Schiedsrichterteams zuletzt bei einem Spiel der Utah Jazz im Einsatz war und Spieler sich Sorgen machten, wurde auch dieses Spiel vor dem Sprungball abgesagt.

Wie die Utah Jazz mitteilten, sei einer ihrer Spieler am Vormittag auf Influenza untersucht worden. Die Symptome seien im Laufe des Tages schwächer geworden. Aus Vorsicht sei er auch noch auf Covid-19 getestet worden - die Nachricht dieses positiven Tests erreichte die Mediziner erst unmittelbar vor Beginn der Partie in der Chesapeake Energy Arena in Oklahoma City.

Ein Video zeigt, wie Gobert nach einer PK alle Mikrofone in Reichweite anfasste

Wie auf TV-Bildern zu sehen war, standen die Spieler auf dem Platz, als die Schiedsrichter sich versammelten und die Mannschaften wenig später vom Feld schickten. Nach einer Zeit mit diversen Aktionen zur Unterhaltung wurden Zuschauer etwa eine halbe Stunde nach dem geplanten Spielbeginn über die Absage wegen "unvorhersehbarer Umstände" per Durchsage informiert und dazu aufgefordert, die Halle zu verlassen.

In den vergangenen Tagen hatte die Liga ihren Teams in Reaktion auf die Ausbreitung des Virus strikte Maßnahmen verordnet und etwa das Betreten der Umkleideräume auf Spieler und Betreuer begrenzt. In den USA haben Journalisten üblicherweise vor und nach Spielen Zugang für Interviews. Gespräche zwischen Medienvertretern und Profis sollten nur noch mit Abstand geführt, Autogramme nur mit eigenen Stiften geschrieben und keine Trikots oder Bälle von Fans angenommen werden. ESPN zeigte ein Video, auf dem Gobert nach einer Pressekonferenz am Montag vor dem Verlassen des Raums alle Mikrofone und Diktiergeräte in Reichweite anfasste.

Auf einer Pressekonferenz nach der vorerst letzten NBA-Partie sagte Mavericks-Besitzer Cuban, dass er auf die wirtschaftlichen Folgen der Spielpause reagieren wolle. Viele Menschen rund um seine Mannschaft seien auf Stundenlohnbasis angestellt und auf das Geld angewiesen. "Vielleicht bitten wir darum, dass sie etwas Freiwilligenarbeit machen im Austausch, aber wir werden uns darum kümmern. Das ist wichtig für mich", sagte der Milliardär.

kon/dpa