Champions League

Michael Zorc über Neymar: "Er ist ein guter Schauspieler"

BVB setzt Achtelfinal-Fluch unter Favre fort

Zorc über Neymar: "Er ist ein guter Schauspieler"

Emre Can, Neymar, Dan-Axel Zagadou

Aufreger: Neymar (Mitte) geht gegen Emre Can (li.) zu Boden. imago images

Die Szene, die trotz Geisterkulisse die Gemüter im leeren Prinzenpark erhitzte: Die Rote Karte für Emre Can. Der BVB-Neuzugang hatte Neymar in der Schlussphase an der Seitenlinie gefoult, anschließend lieferten sich beide Spieler ein Tête-a-tête - und Can schubste den Brasilianer um. Nach einer heftigen Rudelbildung, an der auch PSG-Coach Thomas Tuchel beteiligt war, zeigte Schiedsrichter Anthony Taylor (England) Rot für den Mittelfeldspieler.

"Das ist zu hart, fast schon lächerlich", kommentierte BVB-Coach Lucien Favre die Entscheidung bei "Sky" - und auch das "Opfer" bekam sein Fett weg: "Neymar hat übertrieben." Ähnlich sah es auch der Sportliche Leiter Michael Zorc. "Wir wissen, dass Neymar ein guter Schauspieler ist", so sein Urteil. "Das hat er heute gezeigt."

Spielersteckbrief Hummels

Hummels Mats

Spielersteckbrief Can

Can Emre

Spielersteckbrief Neymar

da Silva Santos Junior Neymar

Trainersteckbrief Favre

Favre Lucien

Borussia Dortmund - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.12.1909

Vereinsfarben

Schwarz-Gelb

Spielentscheidend, so ehrlich mussten die Dortmunder sein, war die Hinunterstellung nicht. Zu ungefährlich hatte sich der BVB über 90 Minuten in Paris präsentiert. "Wir haben es nicht geschafft, genug Druck aufs Tor zu entwickeln", analysierte Abwehrchef Mats Hummels. "Wir waren oft vor dem Sechzehner, vor allem über rechts über Achraf (Hakimi, Anm. d. Red.) und Jadon (Sancho), aber wir hatten nicht die klaren Torchancen. Das müssen wir uns klar eingestehen." Insgesamt, so Hummels, sei PSG "einen Tick stärker", das Weiterkommen der Franzosen "durchaus verdient" gewesen.

"Wie beim Testspiel" - aber die Geisterkulisse war nicht Schuld

Für den BVB bedeutete es hingegen das erste Aus in der Königsklasse nach einem Hinspielsieg vor eigenem Publikum - und das vierte Achtelfinal-Aus im vierten Achtelfinale unter Favre. Sowohl in der Champions League als auch im DFB-Pokal scheiterten die Schwarz-Gelben immer in dieser Runde unter dem Schweizer. Der wiederum hatte den Auftritt seiner Mannschaft gar nicht so schlecht gesehen. "Man darf es nicht übertreiben", meinte Favre. "Wir haben teilweise ziemlich gut gespielt, es war nicht schlecht. Die Gegentore waren unnötig."

An der Geisterkulisse - da waren sich Favre, Zorc und Hummels einig - hatte es jedenfalls nicht gelegen. "Es ist für keine Mannschaft ein Vor-oder Nachteil, sondern für beide Mannschaften komisch", resümierte Hummels. "Es war wie bei einem Testspiel, wo man jedes Kommando und jeden Ruf hört." Das sei "nicht einfach" gewesen, "aber es müssen sich ja beide Mannschaften damit arrangieren", so der Verteidiger. "Und es wird jetzt ja für ein paar Wochen so sein."

mib

Bilder zur Partie Paris St. Germain - Borussia Dortmund