Auto

Corona-Krise: Nachlässe auf Neuwagen?

Verkaufseinbrüche und damit Rabatte erwartet

Corona-Krise: Nachlässe auf Neuwagen?

Neuwagen auf Halde

Neuwagen auf Halde: Viele Menschen schieben die Anschaffung eines Autos derzeit hinaus. Niek Verlaan/pixabay

Normalerweise bekommen um diese Jahreszeit auch Schnäppchenjäger Frühlingsgefühle: Viele Autohersteller locken im Frühjahr potenzielle Kunden mit Rabattaktionen oder Sonderfinanzierungen in die Showrooms ihrer Händler.

Das sieht 2020 anders aus. Das Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg Essen, das monatlich seinen sogenannten "Rabatt-Report" veröffentlicht, hat für Februar einen Rabatt-Index herausgearbeitet, der unter dem für Januar lag. Dies, so heißt es, sei seit Beginn der Erhebung dieses Index' vor nunmehr zehn Jahren noch nie vorgekommen.

Ähnliches stellt - wenig überraschend - der Anfang März an die Hochschule St. Gallen gewechselte Ex-Institutsleiter Ferdinand Dudenhöffer an seinem neuen Arbeitsplatz fest.

Nachteile fürs E-Auto vermeiden

Die Zurückhaltung bei Rabatten erstaunt auf den ersten Blick, denn die Neuwagen-Zulassungen sind rückläufig, verkaufsfördernde Maßnahmen erscheinen somit eigentlich angebracht. Bei genauerem Hinsehen aber macht die "Rabattbremse" Sinn: Je interessanter man den Verbrenner einpreist, desto uninteressanter werden auf der anderen Seite die neuen Elektroautos, die - siehe VW ID.3 - teilweise überhaupt noch nicht lieferbar sind. Just diese Elektroautos müssen von den Herstellern aber unters Volk gebracht werden, um vor dem Hintergrund der strengen CO2-Richtlinien Strafzahlungen an die EU zu vermeiden.

Corona bremst den Neuwagenverkauf

Im weiteren Verlauf des Jahres könnten die Autobauer aber um Rabattaktionen nicht herumkommen. Die Corona-Krise bremst den Neuwagenverkauf weiter ein - viele Menschen treiben derzeit andere Sorgen um als der Kauf eines Autos, zumal dann, wenn Kurzarbeit oder gar der Verlust des Arbeitsplatzes drohen.

Experten raten folglich dazu, mit der Kaufentscheidung noch zuwarten. Ein "Kundenschlaraffenland", sagt Dudenhöffer, könne sich noch ergeben. Dort dürfte man sich dann sowohl bei günstigen Verbrennern als auch bei rabattierten E-Autos bedienen können.

ule