2. Bundesliga

Ein Hauch von Korkut beim VfB? Mislintat verteidigt Matarazzo

VfB-Wechsel gegen Bielefeld sorgt für Gesprächsstoff

Ein Hauch von Korkut? Mislintat verteidigt Matarazzo

Stürmer raus, Innenverteidiger rein: Pellegrino Matarazzo bei der Auswechslung von Torschütze Mario Gomez.

Stürmer raus, Innenverteidiger rein: Pellegrino Matarazzo bei der Auswechslung von Torschütze Mario Gomez. imago images

Als Mario Gomez am Montagabend zur Stuttgarter Führung gegen Bielefeld traf, schien für den VfB alles nach Plan zu laufen: Drei Punkte vor dem HSV, nur noch drei hinter der Arminia - so sah in diesem Moment die Zweitliga-Blitztabelle aus. Dummerweise wirkte auch das VfB-Spiel ab da fast so, als sei dieses 1:0 bereits der Endstand.

Warum spielte die Elf von Pellegrino Matarazzo auf einmal so passiv, warum schien er zunehmend um das 1:1 zu betteln? Die Stuttgarter Beteiligten machten es vor allem an der Umstellung des Gegners fest: Uwe Neuhaus hatte in der 65. Minute doppelt gewechselt und Bielefeld damit "den Druck erhöht", wie Matarazzo analysierte: Die Arminen seien in der Folge "höher ins Pressing gegangen" und hätten "mehrere lange Bälle gespielt".

Das VfB-Spiel habe nur "passiv ausgesehen", betont Stenzel

Deswegen habe das eigene Spiel lediglich "passiv ausgesehen", fand Rechtsverteidiger Pascal Stenzel: "Es macht dann auch keinen Sinn, vogelwild draufzurennen und dann die Bälle hinten punktgenau reinzubekommen." Die Gäste hatten mit dem Ex-Stuttgarter Sven Schipplock nun einen weiteren kopfballstarken Angreifer auf dem Rasen und ohnehin schon "einen sehr, sehr guten Mix von Spielern, die einen überragenden Aufbau haben", so Stenzel. Dazu in Stefan Ortega "einen überragenden Torwart, der die Bälle punktgenau spielen kann".

War es in dieser Gemengelage das richtige Signal von Matarazzo, in der 73. Minute Atakan Karazor für Gomez einzuwechseln? Weil Fabian Klos zwei Minuten später eine Großchance hatte und eine weitere Minute danach der Bielefelder Ausgleich durch Joker Cebio Soukou fiel, wunderten sich viele VfB-Fans hinterher besonders über diese Entscheidung, die ein wenig an Matarazzos Vor-Vor-Vor-Vorgänger erinnerte: Auch Tayfun Korkut hatte in Führung liegend gerne einen weiteren Innenverteidiger eingewechselt und auf Dreier- bzw. Fünferkette umgestellt - nicht selten mit Erfolg.

Für Matarazzo war der Karazor-Gomez-Tausch "notwendig"

Mit dem Wechsel habe er die Umstellung der Arminia "kontrollieren" wollen, verteidigte sich Matarazzo, der in Hamadi Al Ghaddioui (Entzündung an der Wade) auf einen klassischen Gomez-Vertreter hatte verzichten müssen. "Für mich war es notwendig." "Vom Gefühl her" habe seine Mannschaft schließlich schon vor dem Wechsel "die Kontrolle verloren". Er würde es genau so wieder machen.

Auch Sven Mislintat antwortete auf die Frage, ob der Wechsel ein falsches Signal gewesen sei, mit: "Nö." Es habe sich auch gar nicht um einen "rein defensiven Wechsel" gehandelt, sondern um "eine Umstellung auf Dreierkette, und dann ist es, je nachdem, wie man es interpretiert, auf den Flügeln offensiver oder defensiver", führte der VfB-Sportdirektor aus. Der Cut im Spiel sei der Karazor-Gomez-Tausch jedenfalls nicht gewesen. "Wenn überhaupt etwas ein Cut war, dann war es das 1:1."

Stenzels bemerkenswerter Wunsch: "mal in Führung gehen"

Vor den anstehenden Gastspielen bei Wehen Wiesbaden (Sonntag) und Holstein Kiel (21. März) gehe es jetzt darum, "auch auswärts die Dominanz auf den Platz zu bringen, vielleicht noch mal ein Stück effektiver zu werden", blickte Stenzel voraus. Sein bemerkenswerter Wunsch: "Auch mal in Führung gehen - das würde uns gut tun." Gegen Bielefeld bekam man diesen Eindruck nicht.

jpe