Bundesliga

Emre Can exklusiv: "Ich hatte allein drei Angebote aus der Premier League"

Der BVB-Neuzugang über seine Qualitäten - und was er Effenberg voraus hat

Can: "Ich hatte allein drei Angebote aus der Premier League"

Emre Can

"Ich bin kein Blinder!" Emre Can. imago images

Längst haben es auch die Gegner begriffen: Seit Emre Can und Erling Haaland bei Borussia Dortmund spielen, herrscht "ein neuer Spirit" (Mats Hummels) bei den Schwarz-Gelben - mit mehr Robustheit und Wucht, mehr Selbstbewusstsein und Siegeswille.

Doch Can ist es wichtig, selbst nicht allein auf diese Eigenschaften reduziert zu werden. "Natürlich sind das meine Stärken", sagt er im kicker-Interview (Montagausgabe), dem ersten, das er seit seinem Winterwechsel zum BVB gegeben hat. "Wenn man mich jedoch allein darüber definiert, dann geht leider unter, dass ich auch Fußball spielen kann. Ich bin kein Blinder! Ich habe mich in Liverpool oder Turin nicht allein wegen meiner guten Mentalität behauptet."

Wie gut passen da die Vergleiche zu Mark van Bommel oder Stefan Effenberg? "Ich kann mich nicht erinnern: Waren die fußballerisch so gut, auch beidfüßig wie ich und so schnell?", fragt Can lachend zurück. "Irgendetwas haben wir bestimmt gemeinsam. Jeder entwickelt als Fußballer seinen eigenen Stil. Effenberg, van Bommel, auch ich."

Keine Frage, aus einer Niederlage kann man lernen. Doch zu gewinnen ist viel geiler.

Emre Can

Der unbändige Wille, immer gewinnen zu wollen, gehört dabei ohne Zweifel fest zu Can. "Emre ist ein Gewinner", drückte es Hummels unlängst aus. Warum ist das so? "Als Kinder kickten wir auf einem Gummiplatz und spielten immer eine 'Mini-WM'. Wir grätschten, bis die Knie schlimm aussahen, aber es ging immer darum, unbedingt zu gewinnen. Diese Eigenschaft habe ich auf dem Bolzplatz gelernt - und sie hat mich überallhin begleitet. Keine Frage", sagt Can, "aus einer Niederlage kann man lernen. Doch zu gewinnen ist viel geiler. Ich hasse es zu verlieren."

Über das ManUnited-Angebot habe er "keine Sekunde nachgedacht"

Emre Can mit kicker-Reporter Thomas Hennecke.

Emre Can mit kicker-Reporter Thomas Hennecke. kicker

Dass der BVB jetzt davon profitiert, ist keine Selbstverständlichkeit. "Ich hatte allein drei Angebote aus der Premier League, unter anderem von Manchester United", erzählt Can ganz offen. "Aber darüber habe ich aufgrund meiner Liverpooler Vergangenheit keine Sekunde nachgedacht."

Wieso wechselte er von Juventus stattdessen nach Dortmund? "Für den BVB empfand ich schon immer eine extreme Sympathie. Ich wollte zu einem Verein, für den ich wichtig sein kann, wo ich gebraucht werde. Das ist in Dortmund der Fall. Die Borussia passt gut zu mir - und umgekehrt", so Can, der dafür auch auf Gehalt verzichtete. "Und das Geld: Ja, das ist wichtig, aber nicht alles."

Emre Can über ein 20-Sekunden-Gespräch mit Juve-Trainer Maurizio Sarri, ein Urteil von Jürgen Klopp, seine Rolle im DFB-Team und darüber, worauf es gegen PSG ankommen wird: Das große Interview lesen Sie im aktuellen kicker vom Montag!

jpe/hen

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