Bundesliga

Streich: "Eine besondere Konstellation"

Freiburger wollen mit mehr Effizienz erfolgreich sein

Streich: "Eine besondere Konstellation"

Christian Streich

Er hat sich was für Union überlegt: Christian Streich. imago images

Normalerweise gibt SC-Trainer Christian Streich kaum Einblicke in seine personellen und taktischen Überlegungen für das kommende Spiel. Vor der Partie gegen Union Berlin deutete er jedoch an, dass er es diesmal vielleicht nicht mit einer Dreierkette versuchen wird. "Wir haben zweimal so gespielt und zweimal den Kürzeren gezogen", erklärte der SC-Coach, "aber vielleicht müssen wir auch mal den Gegner außen vor lassen." Es sei eine "besondere Konstellation", dass der Sport-Club schon zwei Spiele gegen den Aufsteiger hatte. In der Liga verloren die Freiburger in Berlin mit 0:2, kurze Zeit später im DFB-Pokal im eigenen Stadion mit 1:3. "Keiner will zum dritten Mal gegen eine Mannschaft verlieren", sagte Streich, "aber wir sollten da jetzt positiv dran gehen und nicht zu viel Druck aufbauen."

Schließlich soll seine Mannschaft auch "nicht verkrampfen", so der SC-Coach, "den Spielern ist auch bewusst, dass wir in der Effizienz nicht gut sind im Moment". Die Anzahl an Torschüssen und -chancen hat sich nicht verschlechtert im Vergleich zur Vorrunde, aber deren Verwertung. "Wir müssen den Strafraum gut besetzen und mit letzter Überzeugung in der Box arbeiten", sagt Streich. es gehe es darum, dass die vorletzten und letzten Pässe noch etwas besser kommen und auch mal die erste oder zweite Chance genutzt werde.

Dabei können die Freiburger auch wieder auf Luca Waldschmidt setzen, der nach Adduktorenprobleme wieder voll im Training ist. Das gilt auch für Innenverteidiger Robin Koch nach einem Magen-Darm-Infekt. Janik Haberers Einsatz ist hingegen fraglich. Der Mittelfeldspieler, der in Dortmund ausgewechselt werden musste, hat wegen einer Zerrung noch nicht wieder trainiert. Die Intensität der Trainingswoche stimmt Streich dennoch "zuversichtlich" für das dritte Spiel gegen Union: "Wir müssen uns etwas zutrauen und Präsenz zeigen, damit der Funke überspringt aufs Publikum."

Das Schwarzwald-Stadion ist - bis auf 62 Gästekarten - ausverkauft, und es wird auch keine Einschränkungen wegen des Coronavirus geben. Im Stadion wurden zusätzliche Spender mit Desinfektionsmitteln angebracht, ansonsten verweist der Verein auf die Hygiene-Empfehlungen der Institute und Behörden. Die Spieler haben nach Angaben von SC-Pressesprecher Sascha Glunk allerdings darum gebeten, dass die Fans nach dem Spiel auf Umarmungen und Selfies verzichten. Ein offizielles Verbot von Autogrammen und Fotos wie bei einigen anderen Bundesligisten gibt es aber nicht.

Streich über seine vielbeachteten Aussagen

In der Pressekonferenz vor dem Union-Spiel wollte Streich auch nochmal seine vielbeachteten Aussagen vom vergangenen Samstag zu den Schmähplakaten und -rufen gegen Dietmar Hopp einordnen. Auch wenn er einen gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang hergestellt habe, wolle er keinesfalls "rechte Gewalt im gleichen Kontext nennen". Ihm sei bewusst und er unterstütze es auch, "dass in vielen Fankreisen gegen Antisemitismus und gegen faschistoide rechte Propaganda agiert wird".

Was für ihn jedoch nicht gehe, ist "wenn Leute ins Fadenkreuz genommen werden, das ist nicht zu entschuldigen, da werden Grenzen überschritten, da stehe ich dazu". Dass es Kritik an der Kommerzialisierung und gewissen Netzwerken im Fußball gebe, sei in einigen Fällen "berechtigt". "Aber es geht nur über die Kommunikation, man muss versuchen, das wieder runterzufahren", fügte der SC-Coach hinzu, "er einzige Weg ist, dass man versucht Lösungen zu finden."

Daniela Frahm