DFB-Pokal

Eintracht Frankfurt - Kevin Trapp: "Dafür stehe ich nun mal im Tor"

Frankfurt feiert dritten Halbfinaleinzug in vier Jahren

Trapp: "Dafür stehe ich nun mal im Tor"

Kevin Trapp

Hinein ins Getümmel: Kevin Trapp im Pokalduell mit dem SV Werder. picture-alliance

Es dauerte rund 30 Minuten, ehe die Partie am Mittwochabend etwas an Fahrt aufnahm. Doch die ersten großen Möglichkeiten im Pokalviertelfinale gehörten den Bremern. Kevin Trapp war jedoch zur Stelle, hielt sein Tor über 90 Minuten sauber und legte den Grundstein für den Halbfinaleinzug. "Dafür stehe ich nun mal im Tor, dass ich ab und zu einen Ball halten kann", zeigte sich der 29 Jahre alte Schlussmann dennoch bescheiden. "Wir haben zu null gespielt und stehen im Halbfinale. Im Großen und Ganzen war es ein runder Abend."

Fußballerisch bot das Duell hingegen nur wenige Höhepunkte, viele Phasen des Leerlaufs und vermeidbare Fehler auf beiden Seiten. Am Ende interessierte das aber keinen mehr, denn André Silva vom Elfmeterpunkt (45.+6) und Daichi Kamada (60.) waren in den entscheidenden Momenten zur Stelle. "Wir stehen zum dritten Mal in vier Jahren im Halbfinale. Die meisten von uns wissen, wie es ist in Berlin zu spielen. Von daher ist es unser großes Ziel, weil es unheimlich viel Spaß macht", betonte Trapp, der das vermeintlich routinierte Weiterkommen auch auf die Erfahrung aus den letzten Jahren schob. "Wir haben das Spiele heute angenommen, wie ein Rückspiel in der Europa League. Man bekommt natürlich Erfahrung, wie man ein K.-o.-Duell angeht. Und wir wissen, wenn wir die Dinge auf den Platz bringen, die uns auszeichnen, dann ist es schwer, gegen uns zu spielen."

Handelfmeter vom Zeitpunkt "natürlich perfekt"

Doch auch das Glück war auf Seiten der Hessen. "Ich war ein bisschen überrascht, als der Schiedsrichter sich das nochmal angeschaut hat, da ich gar nicht wusste, um welche Szene es geht. Es hatte auch keiner reklamiert. Für uns war es zu diesem Zeitpunkt natürlich perfekt", so Trapp über den Handelfmeter, den Schiedsrichter Felix Zwayer unter Zuhilfenahme des Videoassistenten in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gab. "Das Handthema wird immer eine Diskussion bleiben. Heute war es zum Vorteil für uns, von daher wollen wir uns nicht beschweren. Aber es ist und bleibt ein strittiges Thema", fuhr Trapp fort.

Einzig Filip Kostics Rote Karte trübte das Geschehen aus Eintracht-Sicht. "Der Ausfall wiegt schwer. Wir wissen, was Filip unserer Mannschaft gibt", erklärte Djibril Sow. "Er war ja keine Absicht, er hat es direkt bereut und weiß, dass er einen Fehler gemacht hat. Aber jetzt tun wir es halt für Filip, der uns in dieser Saison schon oft geholfen hat." Doch bevor sich Trainer Adi Hütter vor dem Halbfinale Gedanken machen muss, wie er seinen Flügelspieler ersetzt, gilt die Konzentration dem Geschehen in der Bundesliga.

"Erinnern sie mich nicht an meine schlimmste Niederlage"

"Wir müssen jetzt konzentriert sein, weil es eine gefährliche Situation ist, in der wir uns befinden", warnte Trapp. Nach zuletzt zwei Spielen ohne Sieg beträgt der Rückstand auf die anvisierten Plätze für die Europa League acht Zähler - und mit dem Gastspiel bei Bayer Leverkusen steht am Samstag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) eine schwere Aufgabe bevor. Und es gibt dabei etwas wiedergutzumachen: "Erinnern sie mich nicht an meine schlimmste Niederlage, ich glaube sowohl als Spieler wie auch als Trainer", sagte Hütter angesprochen auf die 1:6-Pleite im letzten Jahr bei der Werkself. "Das sollte uns dieses Jahr nicht mehr passieren", meinte der Österreicher schmunzelnd.

Moritz Kreilinger

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