DFB-Pokal

DFB-Pokal: Leverkusens Hradeckys will "alles andere als Bayern auswärts"

Leverkusens Torhüter nimmt Trainer Bosz in Schutz

Hradeckys Wunsch: "Ich will alles andere als Bayern auswärts"

Lukas Hradecky

Dank an die Ergänzungsspieler: Lukas Hradecky. picture-alliance

Lukas Hradecky weiß, dass die Reise bis zu einem Pokaltriumph nicht nur aus grandiosen Auftritten besteht. "Der Weg ist immer ein bisschen holprig. Es ist nicht so, dass du durchweg gute Leistungen bringst, aber du musst trotzdem weiterkommen. Das war mit Frankfurt genauso", erklärte er nach dem Halbfinaleinzug, "heute war es eine weniger gute."

Nüchtern betrachtet, spielte Bayer 45 Minuten lang erschreckend schwach und lieferte insgesamt die schlechteste Leistung in diesem Kalenderjahr ab. Dies lag auch daran, dass Trainer Peter Bosz wie im Ligaspiel vor knapp drei Wochen in Berlin erst nach dem 0:1-Rückstand vom 3-4-3 auf ein 4-3-3 umstellte.

Doch Hradecky nahm den Trainer in Schutz. So machte er die bis zur Pause schwache Vorstellung mehr an den Bayer-Profis, denn an den taktischen Maßnahmen des Fußballlehrers fest. "Union hat das gut gemacht. Wir haben umgestellt nach der Halbzeit, mit der Dreierkette ging es nicht so. Aber, ganz ehrlich: Wenn du nicht willst, kannst du nicht gut spielen. Und das war vielleicht der Fall. Egal, wie du taktisch aufgestellt bist. Das war einfach eine Einstellungs- und Willensfrage."

Bosz: "Ich habe gesagt, dass das ein Pokalspiel ist"

Bosz hatte in der Pause nicht viele, aber offenbar die passenden Worte an seine Spieler gerichtet. "Ich habe in der Halbzeit nicht viel gesagt. Ich habe umgestellt. Und ich habe gesagt, dass das ein Pokalspiel ist. In der ersten Halbzeit haben wir keine Bayer 04 gesehen, das ein Pokalspiel gespielt hat", erklärte der Trainer. Für Bosz und die Bayer-Profis spricht, dass in der Pause die richtigen Signale in der notwendigen Deutlichkeit gesendet wurden. "Da gab es laute Worte in der Kabine, dass wir weiterkommen wollten", erzählte Hradecky, der besonders die Rolle der Bankspieler für den Erfolg hervorhob. Schließlich gelang dem zwei Minuten zuvor eingewechselten Rechtsaußen Karim Bellarabi der wichtige Ausgleichstreffer, während Linksaußen Moussa Diaby, der bereits mit Anpfiff der zweiten Hälfte auf das Spielfeld kam, den Endstand markierte. Und beinahe hätte mit dem rechten Außenbahnspieler Mitchell Weiser auch der dritte Einwechselspieler getroffen.

Die Ergänzungsspieler als "spielentscheidender Faktor"

"Es ist schwierig auf der Bank zu sitzen und vielleicht nicht so motiviert zum Spiel zu kommen", blickte Hradecky besonders auf Bellarabi, der in den vergangenen Wochen kaum zum Zug kam, "aber heute haben sie uns alle geholfen. Das war der spielentscheidende Faktor, dass sie gut drauf waren", lobte der 30-Jährige das Trio, das maßgeblich dazu beitrug, dass Bayer weiter vom Pokalfinale und einem Titel träumen darf.

Damit die Reise nach Berlin weitergeht, setzt Hradecky auch darauf, dass Fortuna dem Werksklub treu bleibt. "Jetzt können wir alle am Sonntag die Auslosung schauen und hoffen, dass wir wieder einen glückliches Los bekommen", erklärte der Torhüter nach zuletzt drei Heimspielen in Serie im Pokal gegen Paderborn, Stuttgart und Union, "ich will alles andere als Bayern auswärts haben. Das ist mein bescheidener Wunsch."

Der Finne sagt dies, obwohl Bayer in der Liga in der Hinrunde beim Rekordmeister ein 2:1-Erfolg gelang. Doch für den Fall des schlechtmöglichsten Loses, zeigt sich Hradecky dennoch skeptisch: "Ich weiß nicht, ob das zweimal pro Jahr klappt. Lass uns die lieber vermeiden."

Stephan von Nocks

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