DFB-Pokal

Werder-Trainer Kohfeldt kämpferisch: "Wir sind keine Opfer"

Werder-Trainer kämpferisch: "Wir sind keine Opfer"

Kohfeldt und die Frage, auf die er schon gewartet hatte

Florian Kohfeldt in Frankfurt

"Ich verkrafte das und lasse mich nicht unterkriegen": Florian Kohfeldt. imago images

Florian Kohfeldt machte gar kein Hehl daraus, dass er auf diese Frage um kurz vor Mitternacht im Inneren der Frankfurter Arena gewartet hatte. "Wie viele Rückschläge können Sie und Werder Bremen noch verkraften?"

Der Coach bedankte sich für die Vorlage und stellte dann demonstrativ auf den Kampfmodus um. "Ich verkrafte das und lasse mich nicht unterkriegen, und ich weiß, dass auch die Mannschaft das verkraftet." Am Mittwochabend gab es weit mehr zu verkraften als das Pokal-Aus (0:2) - Ömer Toprak fällt vorerst erneut aus.

Der Verteidiger war unmittelbar nach Spielende mit Verdacht auf Wadenbeinbruch ins Krankenhaus gefahren worden, am Donnerstagmorgen gab es allerdings Entwarnung: Es ist nichts gebrochen. "Dramatisch" hatte Kohfeldt die Szene am Mittwoch genannt: Sie passt zu Werder. Eigentlich war bereits alles vorbei, als Filip Kostic den Ex-Dortmunder übermotiviert und unglücklich an der Wade traf.

Kohfeldt wollte Toprak gleich zeigen, "dass ich für ihn da bin"

"Wenn man Ömers grundsätzliche Geschichte bei uns sieht", klagt Kohfeldt, "ist das besonders bitter." Seit seinem Wechsel von der Borussia im August hatte er immer wieder mit Blessuren zu kämpfen, befand sich auf einer ständigen Suche nach dem Rhythmus. "Jetzt", sagt der Trainer, "hat er sich in Form gebracht und dann das." Er war noch auf dem Platz zu seinem Spieler gerannt, "um ihm zu zeigen, dass ich für ihn da bin".

Füreinander da sein soll auch die Losung in den kommenden Wochen sein. "Wir sind keine Opfer und das lassen wir uns auch nicht einreden." Die Aussage von Kohfeldt wirkt kämpferisch, doch sie muss auch mit Leben gefüllt werden. Und zwar besser als in Frankfurt, wo Werder nach couragierter erster Hälfte den Rückschlag des Elfmeterpfiffs und 0:1-Rückstandes nicht wegsteckte.

Kohfeldt: "In Berlin machen wir die Chancen auch rein"

Kohfeldt freilich sieht das anders: "Gegen die Aussage, dass wir nicht zurückkommen, wehre ich mich. Ich habe ein paar Dinge gesehen, die mich positiv stimmen." Seine Formel für das Samstagsspiel bei Hertha BSC ist diese: "Zuletzt hatten wir kaum Chancen, in Frankfurt hatten wir wieder welche - und in Berlin machen wir sie auch rein."

Sebastian Wolff

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